Der FC Bayern hat seine bis hierhin perfekte Saison gekrönt und ist Champions-League-Sieger 2013. Noch beschissener kann man diesen Blogbeitrag nicht beginnen, aber es fehlen mir schlicht die Worte, das gestern Erlebte adäquat einzuleiten.
Ich habe das große Glück, Fan einer Mannschaft zu sein, die in dieser Saison die Fähigkeiten und den Willen hat, ihre Beobachter wieder und wieder in Staunen zu versetzen. Der Triumph einer Mannschaft hat sich wohl selten so deutlich angekündigt wie dieser.
Borussia Dortmund hat es uns aber nicht leicht gemacht im Finale. Die erste halbe Stunde war es die schwarzgelbe Borussia, die uns mit ihrem mittlerweile berühmten Pressing den Wind aus den Segeln nahm und durchaus hätte in Führung gehen können. Taten sie aber nicht.
Wir befreiten uns und profitierten sicherlich davon, dass den BVB nach und nach die Kräfte verliesen. Nach 30 Minuten war die größte Drangphase vorbei, waren wir im Spiel. Nach der Halbzeit waren wir dann so dominant, wie ich es mir bereits vor dem Finale erhofft hatte.
Ich muss zugeben, ich habe den BVB unterschätzt. Es stimmt, dass es derzeit wohl keine andere Mannschaft auf der Welt schafft, uns an den Rande einer Niederlage zu bringen. Die erste halbe Stunde in Wembley war keine schlechte Leistung unsererseits, es war eine Konsequenz aus dem starken Spiel Dortmunds.
Und trotzdem sind wir am Ende der hochverdiente Sieger. Es war kein Glück, es war anhand des Spiels der wahrscheinlichste Ausgang.
Ja, es ist korrekt, Dante hätte bei seinem klaren Foul an Reus auch vom Platz fliegen können. Es ist aber auch Teil der Wahrheit, dass die erste Verwarnung für den Brasilianer nicht wirklich zwingend notwendig war.
Rizzoli bewies in dieser Situation Fingerspitzengefühl, wollte die vielzitierte "doppelte Bestrafung" in einem derart wichtigen Spiel nicht zu einem entscheidenden Faktor machen. Was ich nachvollziehbar und richtig finde, ebenso jedoch objektiv genug bin, zu erkennen, dass dies möglicherweise meiner rotweißen Vereinsbrille geschuldet ist.
Letztlich kann ich in diesem Spiel die Aufregung um den Schiedsrichter nicht nachvollziehen. Rizzoli hat für mich das getan, was der Leitsatz eines jeden Schiedsrichters in einem derart wichtigen Spiel sein sollte: das Spiel sauber halten, das ahnden, was geahndet werden muss und ansonsten zu versuchen, das Spielgeschehen nicht maßgeblich durch die eigenen Entscheidungen zu beeinflussen. Mit seiner ruhigen und guten Körpersprache trug er dazu bei, das Spiel ganz ohne viel Zutun unter Kontrolle zu halten.
Deshalb war es aus meiner Sicht auch richtig, Ribery nicht vom Platz zu stellen, wenngleich sich der Franzose mit seiner Dummheit gegen Lewandowski wieder einmal beinahe um den verdienten Lohn der in dieser Saison verrichteten Arbeit gebracht hätte.
Auf einer Skala von Losreißen bis Ellenbogenschlag verorte ich die Bewegung jedoch eher bei Ersterem und so sah es wohl Rizolli auch.
Apropos Lewandowski: Was sich unser (vielleicht) zukünftiger Stürmer gegen Boateng leistete, war für mich die hässlichste Szene des Abends (dahinter folgen Ribery und Boateng mit seiner Racheaktion gegen Subotic). Rizzoli und seine Assistenten haben die Szene wohl nicht gesehen, für die Bewertung des Tritts hätte es sonst keinen Spielraum gegeben.
Beide Mannschaften taten dem Italiener den Gefallen, sich vorrangig auf ihre spielerischen Mittel zu verlassen. Die Partie war umkämpft und höchst intensiv, dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt überhart oder gar unfair (,die bereits angesprochenen Blackouts ausgenommen). Wann hat man das zum letzten Mal beispielweise in einem Clasico gesehen.
Dies ist sicher auch ein Verdienst der beiden Trainer und ein Ausdruck des Respekts, den beide Teams und deren Spieler voreinander haben. Jede Seite erkennt das vom Anderen Geleistete an und versucht den Vergleich sportlich zu entscheiden. Das kann man nicht hoch genug bewerten, wenn man bedenkt, was in diesem Finale alles auf dem Spiel stand.
Beste Bayern waren für mich Neuer, Martinez und Boateng. Dazu Robben in Hälfte zwei. Boateng gewann fast alle seine Zweikämpfe und war Hauptverantwortlicher auf Seiten der Bayern dafür, dass Lewandowski bis auf zwei Situationen in der ersten Halbzeit praktisch nicht stattfand. (Mir ist schleierhaft, wie man die Leistung des Nationalspielers als ernsthaftes Sportsportal mit einer 4 bewerten kann. Erklären kann ich mir das nur mit grundlegenden Ressentiments gegen die Spielweise Boatengs.) An diesem Tag war er gegenüber Dante der deutlich bessere Innenverteidiger.
Es ist schwer Enttäuschungen zu benennen an diesem Tag. Ich lehne mich jedoch, so denke ich, nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich den Herren Lahm, Schweinsteiger und Müller nicht gerade ihren besten Tag attestiere.
Auch Mario Mandzukic wirkte trotz seines Tores lange Zeit wie ein Fremdkörper im Spiel der Bayern. Lahm fiel vor allem in der dominanten Dortmunder Anfangsphase durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Fehlpässen auf, die in zwei Fällen jeweils Großchancen des BVB ermöglichten.
Schweinsteiger war, ebenso wie Bender auf der anderen Seite, lange Zeit praktisch unsichtbar. Da ist es von Vorteil, dass wir mittlerweile noch einen defensiven Mittelfeldspieler von absoluter Weltklasse in unseren Reihen haben. Javi Martinez war es, der nach 25 Minuten begann, das Zepter im Mittelfeld an sich zu reissen.
Wenn der Spanier weiter solche Spiele abliefert, müssen sich nicht nur die Gegner der Bayern warm anziehen. Auch Xabi Alonso und Sergio Busquets dürften am Samstag eine unruhige Nacht gehabt haben, nachdem sie gesehen hatten, wie ihr Konkurrent in der Nationalmannschaft die Dortmunder Offensivspieler reihenweise abkochte.
Sicherlich ein Highlight, wie Martinez in der 36. Minute zuerst Marco Reus am eigenen Strafraum den Ball abluchste und anschließend von Reus und Kuba bedrängt, mit einem Hackentrick die beiden Dortmunder ins Leere laufen ließ. Dass Martinez dann mit einem Pass auf Schweinsteiger auch noch einen vielversprechenden Konter einleitete, war das Sahnehäubchen der in Sekunden komprimiert präsentierten Genialität des Spaniers.
Manuel Neuer natürlich nicht zu vergessen! Während seine Kollegen eine gute halbe Stunde benötigten, um sich in dieses Finale hineinzuspielen, hatte Neuer bereits mit 37 verschiedenen Körperteilen den Rückstand verhindert. Ob per Fußreflex gegen Kuba, im Eins gegen Eins mit vollem Körpereinsatz gegen Lewandowski oder klassisch per Hand gegen Bender und Reus. Bezeichnend, dass ein Elfmeter herhalten musste, um den besten Torwart an diesem Abend zu überwinden.
Und dieser Titel war nicht leicht zu erringen, da auch sein Gegenüber, Roman Weidenfeller, mehrmals seine Klasse auf der Linie demonstrieren durfte.
Letztlich endete das Spiel, wie es sich Arjen Robben wohl seit einem Jahr jeden Abend vor dem Einschlafen herbeigeredet hatte. Der Mann für die großen Spiele entschied wieder einmal ein großes Spiel, vielleicht das größte überhaupt in seiner Karriere. Wie gegen Manchester, wie gegen Neapel 2010, aber eben auch wie gegen Borussia Dortmund und den FC Chelsea 2012 war es eine Aktion Robbens, die am Ende über Sieg oder Niederlage entschied.
Das Schicksal ist eben konsequent.
Sonntag, 26. Mai 2013
Freitag, 24. Mai 2013
Stricz of Munich Podcast (7) - Gargamel is geil auf den Titel
CHAMPIONS LEAGUE FINAL SPECIAL!
MEHR MUSS MAN NICHT SAGEN, ENJOY!
Montag, 20. Mai 2013
Stricz of Munich Podcast (6) - Rekorde, Rekorde, Rekorde
Der letze Podcast ohne iTunes-Option! (Hoffe ich!)Enjoy!
Sonntag, 5. Mai 2013
Stricz of Munich Podcast (5) - Alte Rivalitäten und kapitulierende Katalanen
0:01 Blödsinn
3:17 Intro/ Begrüßung
4:39 Recap Bundesligaspiel BVB - FC Bayern mit Exkursen nach Nürnberg und Madrid
25:35 Etwas hat sich verändert zwischen Bayern und Dortmund: CL-Finale, Götze-Transfer und die Folgen
59:00 Recap Barcelona - Bayern
73:35 Verabschiedung
74:45 Blödsinn
Sonntag, 28. April 2013
Stricz of Munich Podcast (4) - Steuersünder, Maulwürfe und Genies...und Schnabeltassen
0:01 Begrüßung, Agenda
2:30 Uli Hoeneß und der Fiskus
23:43 Mario Götze und die Medien
42:26 Die Bayern-Gala gegen den FC Barcelona
55:40 Verabschiedung und Gewinnspiel
Dienstag, 23. April 2013
Das beste Spiel dieses Jahrtausends. Danke.
1.11 Uhr München, Haidhausen. Im Hintergrund spricht Franz Beckenbauer über die Überlegenheit des FC Bayern in der ersten Halbzeit. Die Tabs auf meinem Desktop tragen bereits Titel wie "Pressing at its best", "Javi Martinez the key weapon..." oder "Wir sind Helden".
Ich lächele unwillkürlich bei dem Blick auf jede einzelne Schlagzeile nach diesem Abend.
Im Moment läuft auf Sky die Wiederholung des Halbfinal-Hinspiels zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona. Das Aufeinandertreffen der vielleicht beiden besten Vereine der letzten Jahre. Entschieden ist das Duell dagegen längst.
Marcel Reif beginnt jetzt, zu Beginn der zweiten Halbzeit, die Ausführungen zu den ersten 45 Minuten. In meinem Kopf sind die Gedanken noch immer dabei sich zu sortieren. Was ist da heute passiert und was bedeutet es?
Mitten hinein platzt mein Bruder. Er will anstoßen mit den Worten "auf einen tollen letzten Abend in München". Ich lächle ihn an und bringe verbal nur wenig Sinnvolles zu Stande.
Es liegt nicht an mir. Worte fehlen mir selten. Es liegt an den Ereignissen des Abends. Es liegt an dem, was der FC Bayern heute Abend vollbracht hat.
Während ich noch nach Ausdrücken für das Geschehene suche, erzielt Mario Gomez zum zweiten Mal an diesem Abend das 2:0 für die Münchener. Ausgerechnet dieser Gomez!
Was wurde nicht alles über ihn geschrieben. Chelsea soll ein Angebot abgegeben haben. Technisch limitiert, nicht gut genug soll er sein. Aber heute trifft er. Mal wieder.
An diesem Abend ist alles egal: Hoeneß, Götze und was sonst noch so passiert ist in den letzten turbulenten Tagen. Die Mannschaft schafft es all das abzuschütteln.
Sie schafft es, gegen die über Jahre beste Mannschaft der Welt eine Leistung hinzulegen, über die noch in Jahren gesprochen werden wird.
Sie schafft das Unmögliche. Sie schafft die Bewältigung des 0:4 in Barcelona 2009.
Sie schafft aber noch mehr.
Barcelona ist nicht mehr die beste Mannschadt des Kontinents, nicht mehr die beste Mannschaft der Welt.
Und all das schaffte der FC Bayern in nur 90 Minuten.
Ich sehe diese 90 Minuten nun zum zweiten Mal. einige Szenen vielleicht sogar zum zehnten oder zwanzigsten Mal. Ich beobachte mit meinem Bruder die Laufwege von Javi Martinez (Was für ein Monsterspiel des Spaniers!!!) , analysiere anhand des Standbilds beim 2:0, ob Gomez wirklich im Abseits stand. (Möglich.)
Und das Schöne daran ist: Es spielt alles keine Rolle. Abseits beim 2:0, Foul von Müller beim 3:0 (Ich finde: Absolut nicht!), es spielt keine Rolle mehr.
Nichts kann dem FC Bayern diese Sternstunde nehmen.
Erneut schießen Tränen in meine Augen, wie schon des Öfteren heute Abend. Ich verstehe als rationaler Mensch nicht wirklich warum. Aber da sind sie.
Ich fühle mit dieser Mannschaft. Ich fühlte den Schmerz im vergangenen Mai, nur wenige Kilometer von der Allianz Arena entfernt. Ich fühlte sogar einen noch größeren Schmerz bei den Nachrichten der letzten Wochen.
Es hätte eine schlimme Woche werden können für den FC Bayern.
Und jetzt,....jetzt fühle ich einen Stolz, einen unbändigen Stolz und eine Zuversicht, wie ich sie noch niemals in meiner langen Zeit als Bayernfan gespürt habe.
Müller prallt mit Victor Valdez zusammen.Sky blendet die Statistik ein: Laufstrecke. Meist unbeachtet. Aber heute ist alles anders: 98,4 km für die Bayern, 93,7 für Barcelona. Sonst Makulatur, für mich heute ein Zeichen, wie eigentlich alles.
Dieses Jahr gehört uns, diese Mannschaft ist etwas Besonderes. Sie ist gewachsen in der Niederlage, zusammengeschweißt worden, durch all die Unwegbarkeiten und Rückschläge der letzten Jahre. Durch die Dominanz der Borussen, durch die Dramaturgie des "Finals Dahoam".
Ich trinke den letzten Schluck meines Biers. Es ist inzwischen 2.35 Uhr und es steht wieder 4:0. Arjen Robben grätscht in der 86. Minute am eigenen Sechzehner gegen Jordi Alba. Ich genieße.
Genieße.
Und denke jetzt nur noch Eines: Bitte, bitte, lieber Herr Guardiola, bei aller Euphorie um Götze, lassen sie keinen einzigen dieser unglaublichen Menschen den Verein verlassen!
Und wieder habe ich eine Träne in meinem Auge.
Es ist jetzt 3.05 Uhr, an Schlaf ist nicht zu denken. Aber träumen tu ich schon lange. Danke!
Michael Stricz
Ich lächele unwillkürlich bei dem Blick auf jede einzelne Schlagzeile nach diesem Abend.
Im Moment läuft auf Sky die Wiederholung des Halbfinal-Hinspiels zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona. Das Aufeinandertreffen der vielleicht beiden besten Vereine der letzten Jahre. Entschieden ist das Duell dagegen längst.
Marcel Reif beginnt jetzt, zu Beginn der zweiten Halbzeit, die Ausführungen zu den ersten 45 Minuten. In meinem Kopf sind die Gedanken noch immer dabei sich zu sortieren. Was ist da heute passiert und was bedeutet es?
Mitten hinein platzt mein Bruder. Er will anstoßen mit den Worten "auf einen tollen letzten Abend in München". Ich lächle ihn an und bringe verbal nur wenig Sinnvolles zu Stande.
Es liegt nicht an mir. Worte fehlen mir selten. Es liegt an den Ereignissen des Abends. Es liegt an dem, was der FC Bayern heute Abend vollbracht hat.
Während ich noch nach Ausdrücken für das Geschehene suche, erzielt Mario Gomez zum zweiten Mal an diesem Abend das 2:0 für die Münchener. Ausgerechnet dieser Gomez!
Was wurde nicht alles über ihn geschrieben. Chelsea soll ein Angebot abgegeben haben. Technisch limitiert, nicht gut genug soll er sein. Aber heute trifft er. Mal wieder.
An diesem Abend ist alles egal: Hoeneß, Götze und was sonst noch so passiert ist in den letzten turbulenten Tagen. Die Mannschaft schafft es all das abzuschütteln.
Sie schafft es, gegen die über Jahre beste Mannschaft der Welt eine Leistung hinzulegen, über die noch in Jahren gesprochen werden wird.
Sie schafft das Unmögliche. Sie schafft die Bewältigung des 0:4 in Barcelona 2009.
Sie schafft aber noch mehr.
Barcelona ist nicht mehr die beste Mannschadt des Kontinents, nicht mehr die beste Mannschaft der Welt.
Und all das schaffte der FC Bayern in nur 90 Minuten.
Ich sehe diese 90 Minuten nun zum zweiten Mal. einige Szenen vielleicht sogar zum zehnten oder zwanzigsten Mal. Ich beobachte mit meinem Bruder die Laufwege von Javi Martinez (Was für ein Monsterspiel des Spaniers!!!) , analysiere anhand des Standbilds beim 2:0, ob Gomez wirklich im Abseits stand. (Möglich.)
Und das Schöne daran ist: Es spielt alles keine Rolle. Abseits beim 2:0, Foul von Müller beim 3:0 (Ich finde: Absolut nicht!), es spielt keine Rolle mehr.
Nichts kann dem FC Bayern diese Sternstunde nehmen.
Erneut schießen Tränen in meine Augen, wie schon des Öfteren heute Abend. Ich verstehe als rationaler Mensch nicht wirklich warum. Aber da sind sie.
Ich fühle mit dieser Mannschaft. Ich fühlte den Schmerz im vergangenen Mai, nur wenige Kilometer von der Allianz Arena entfernt. Ich fühlte sogar einen noch größeren Schmerz bei den Nachrichten der letzten Wochen.
Es hätte eine schlimme Woche werden können für den FC Bayern.
Und jetzt,....jetzt fühle ich einen Stolz, einen unbändigen Stolz und eine Zuversicht, wie ich sie noch niemals in meiner langen Zeit als Bayernfan gespürt habe.
Müller prallt mit Victor Valdez zusammen.Sky blendet die Statistik ein: Laufstrecke. Meist unbeachtet. Aber heute ist alles anders: 98,4 km für die Bayern, 93,7 für Barcelona. Sonst Makulatur, für mich heute ein Zeichen, wie eigentlich alles.
Dieses Jahr gehört uns, diese Mannschaft ist etwas Besonderes. Sie ist gewachsen in der Niederlage, zusammengeschweißt worden, durch all die Unwegbarkeiten und Rückschläge der letzten Jahre. Durch die Dominanz der Borussen, durch die Dramaturgie des "Finals Dahoam".
Ich trinke den letzten Schluck meines Biers. Es ist inzwischen 2.35 Uhr und es steht wieder 4:0. Arjen Robben grätscht in der 86. Minute am eigenen Sechzehner gegen Jordi Alba. Ich genieße.
Genieße.
Und denke jetzt nur noch Eines: Bitte, bitte, lieber Herr Guardiola, bei aller Euphorie um Götze, lassen sie keinen einzigen dieser unglaublichen Menschen den Verein verlassen!
Und wieder habe ich eine Träne in meinem Auge.
Es ist jetzt 3.05 Uhr, an Schlaf ist nicht zu denken. Aber träumen tu ich schon lange. Danke!
Michael Stricz
Mario Götze - Nuff' Said
Ich bin immer noch ein wenig sprachlos. Der FC Bayern hat den wohl vielversprechendsten deutschen Nachwuchsspieler verpflichtet. Mario Götze wechselt zur kommenden Saison vom Rivalen Borussia Dortmund nach München und hat bereits einen langfristigen Vertrag unterschrieben.
Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, der für den FC Bayern kaum günstiger, für den BVB jedoch schlechter kaum sein könnte. Jürgen Klopp zeigte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in der Tat wenig begeistert.
Zeitpunkt schlecht für den BVB, furchtbar für Götze
Für die Bayern dagegen liefert die geplatzte Transferbombe die angenehme Chance von der bedauerlichen Schlammschlacht um die Steuerprobleme von Präsident Uli Hoeneß abzulenken. Aber stecken wirklich die Bayern hinter der Meldung? Haben sie die Veröffentlichung sogar möglicherweise lanciert, um den BVB zu schwächen?
Ich glaube es nicht. Fan-Paranoia lässt grüßen.
Schließlich schadet Mario Götze der Zeitpunkt der Veröffentlichung wesentlich mehr als dem BVB. Auch Jürgen Klopp schloss aus, dass der FC Bayern hinter der Veröffentlichung der Meldung steckt.
Nutznießer Real Madrid, nicht FC Bayern
Viel mehr nützt Real Madrid der Rummel um den möglicherweise besten Spieler des Gegners. Man wird es wohl nie erfahren. Klopp und Watzke machten jedoch beide deutlich aus welcher Ecke sie die Störfeuer vermuten.
Die Reaktionen auf Facebook legen nahe, dass es für Götze möglicherweise kein leichter Gang wird. Zugegeben die Kommentierer repräsentieren eher den Bodensatz der BVB-Fans.
Klopps Appell an die Fans des BVB
Trotzdem sah sich Jürgen Klopp genötigt an die Fans zu appellieren. Er tat dies auf bemerkenswerte Weise. Er hob hervor, dass sich Götze absolut korrekt verhalten habe und zeigte auf, dass der Wechsel von Marco Reus zum BVB im Prinzip identisch ablief.
Auch interessant ist die Doppelmoral auf Seiten der BVB-Fans: Als vergangene Woche der Wechsel von Felipe Santana zum FC Schalke kolportiert wurde, war ein Großteil der Fans recht gnädig mit dem Verteidiger.
Doppelmoral bei Santana
Bei Götze ist ein Wechsel zu einem großen Rivalen dann auf einmal Hochverrat. Ich zitiere mich selbst: "Doppelmoral ich hör dir tapsen."
Man kann nur hoffen, dass die entsprechenden Personen Klopps Aufruf folgen und ihre Karte noch vor dem morgigen Spiel an den reflektierteren und loyaleren Teil der BVB-Fans abtreten.
Götze war Guardiolas Wunschspieler
Laut Klopps Aussagen war Götze der absolute Wunschspieler von Pep Guardiola. Damit sind auch sämtliche - aus meiner Sicht wenig intelligente - Spekulationen um monetäre Grundlagen für den Wechsel aus Sicht Götzes erledigt.
Sky-Kommentator Uli Köhler traf den Nagel auf den Kopf: Ob ein Mario Götze in den nächsten 15 Jahren 80 oder 90 Millionen Euro verdient, macht für ihn keinen Unterschied.
Ebenso erledigt hat sich mit Klopps deutlichen Aussagen hoffentlich die leidige Diskussion um die Praxis der Bayern, Konkurrenten gerne "kaputt zu kaufen".
Bayern leistet sich ein 37-Millionen-Schnäppchen
Für den FC Bayern macht der Transfer auch abseits von Guardiola absolut Sinn. Man verfolgt weiter konsequent den Plan, sich in der Breite und in der Spitze qualitativ zu verstärken. Götze passt dazu perfekt in das von Matthias Sammer formulierte Credo, verstärkt auf junge deutsche Nationalspieler zu setzen.
Für eine feste Ablösesumme von 37 Millionen ist Götze zudem ein absolutes Schnäppchen. Sein Marktwert liegt bei über 40 Millionen Euro, jeder Topverein in Europa hat sich angeblich bereits um die Dienste des Rohdiamanten bemüht.
Wir spielen immer noch Fußball
Stammtischparolen-Brüller wird das freilich nicht von ihrer vorgefertigten Meinung abbringen. Ich bezweifele jedoch auch, dass sie bis hierhin gelesen haben.
Ach ja, Fußball gespielt wird diese Woche auch noch. Selten rückte ein Spiel gegen den FC Barcelona derartig in den Hintergrund.
Spätestens heute Abend um 20.45 zählt jedoch nur noch das Geschehen auf dem Platz. Und darauf freue ich mich mindestens so sehr wie auf Mario Götze.
Michael Stricz
Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, der für den FC Bayern kaum günstiger, für den BVB jedoch schlechter kaum sein könnte. Jürgen Klopp zeigte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in der Tat wenig begeistert.
Zeitpunkt schlecht für den BVB, furchtbar für Götze
Für die Bayern dagegen liefert die geplatzte Transferbombe die angenehme Chance von der bedauerlichen Schlammschlacht um die Steuerprobleme von Präsident Uli Hoeneß abzulenken. Aber stecken wirklich die Bayern hinter der Meldung? Haben sie die Veröffentlichung sogar möglicherweise lanciert, um den BVB zu schwächen?
Ich glaube es nicht. Fan-Paranoia lässt grüßen.
Schließlich schadet Mario Götze der Zeitpunkt der Veröffentlichung wesentlich mehr als dem BVB. Auch Jürgen Klopp schloss aus, dass der FC Bayern hinter der Veröffentlichung der Meldung steckt.
Nutznießer Real Madrid, nicht FC Bayern
Viel mehr nützt Real Madrid der Rummel um den möglicherweise besten Spieler des Gegners. Man wird es wohl nie erfahren. Klopp und Watzke machten jedoch beide deutlich aus welcher Ecke sie die Störfeuer vermuten.
Die Reaktionen auf Facebook legen nahe, dass es für Götze möglicherweise kein leichter Gang wird. Zugegeben die Kommentierer repräsentieren eher den Bodensatz der BVB-Fans.
Klopps Appell an die Fans des BVB
Trotzdem sah sich Jürgen Klopp genötigt an die Fans zu appellieren. Er tat dies auf bemerkenswerte Weise. Er hob hervor, dass sich Götze absolut korrekt verhalten habe und zeigte auf, dass der Wechsel von Marco Reus zum BVB im Prinzip identisch ablief.
Auch interessant ist die Doppelmoral auf Seiten der BVB-Fans: Als vergangene Woche der Wechsel von Felipe Santana zum FC Schalke kolportiert wurde, war ein Großteil der Fans recht gnädig mit dem Verteidiger.
Doppelmoral bei Santana
Bei Götze ist ein Wechsel zu einem großen Rivalen dann auf einmal Hochverrat. Ich zitiere mich selbst: "Doppelmoral ich hör dir tapsen."
Man kann nur hoffen, dass die entsprechenden Personen Klopps Aufruf folgen und ihre Karte noch vor dem morgigen Spiel an den reflektierteren und loyaleren Teil der BVB-Fans abtreten.
Götze war Guardiolas Wunschspieler
Laut Klopps Aussagen war Götze der absolute Wunschspieler von Pep Guardiola. Damit sind auch sämtliche - aus meiner Sicht wenig intelligente - Spekulationen um monetäre Grundlagen für den Wechsel aus Sicht Götzes erledigt.
Sky-Kommentator Uli Köhler traf den Nagel auf den Kopf: Ob ein Mario Götze in den nächsten 15 Jahren 80 oder 90 Millionen Euro verdient, macht für ihn keinen Unterschied.
Ebenso erledigt hat sich mit Klopps deutlichen Aussagen hoffentlich die leidige Diskussion um die Praxis der Bayern, Konkurrenten gerne "kaputt zu kaufen".
Bayern leistet sich ein 37-Millionen-Schnäppchen
Für den FC Bayern macht der Transfer auch abseits von Guardiola absolut Sinn. Man verfolgt weiter konsequent den Plan, sich in der Breite und in der Spitze qualitativ zu verstärken. Götze passt dazu perfekt in das von Matthias Sammer formulierte Credo, verstärkt auf junge deutsche Nationalspieler zu setzen.
Für eine feste Ablösesumme von 37 Millionen ist Götze zudem ein absolutes Schnäppchen. Sein Marktwert liegt bei über 40 Millionen Euro, jeder Topverein in Europa hat sich angeblich bereits um die Dienste des Rohdiamanten bemüht.
Wir spielen immer noch Fußball
Stammtischparolen-Brüller wird das freilich nicht von ihrer vorgefertigten Meinung abbringen. Ich bezweifele jedoch auch, dass sie bis hierhin gelesen haben.
Ach ja, Fußball gespielt wird diese Woche auch noch. Selten rückte ein Spiel gegen den FC Barcelona derartig in den Hintergrund.
Spätestens heute Abend um 20.45 zählt jedoch nur noch das Geschehen auf dem Platz. Und darauf freue ich mich mindestens so sehr wie auf Mario Götze.
Michael Stricz
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