...ist nicht der FC Bayern des letzten Herbstes. Das steht nach dieser Woche zweifelsohne fest. Die Siege im Pokal und gegen den HSV am gestrigen Samstag haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Niederlage gegen Leverkusen keine bleibenden Schäden hinterlassen hat. Sieben Punkte beträgt inzwischen der Vorsprung auf Platz zwei.
Der neuerliche Gala-Auftritt zeigt, dass der FC Bayern sich weiterentwickelt hat. Auswärtsschwäche? Vergessen! Fünf Siege und 15:0 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Dabei waren die Gegner der Bayern alles andere als Kanonenfutter. Sieg in Bremen, Sieg auf Schalke und nun der 3:0-Sieg beim HSV.
Und war da nicht einmal diese obligatorische 15-Minuten-Schaffenspause der Bayern nach der Pause? Vergessen! Zum zweiten Mal in dieser Saison entschieden die Bayern gegen Hamburg das Spiel mit einem Doppelschlag kurz nach der Pause.
HSV hält nur 15 Minuten mit
Lediglich zu Beginn sah es gestern so aus, als könne der HSV mithalten. Nach einer Viertelstunde übernahmen die Bayern dann das Steuer und gaben es fortan nicht mehr aus der Hand. Bastian Schweinsteiger erzielte vor der Pause das 1:0 nach Vorlage von Toni Kroos, der sich zunächst von René Adler (und einem schlimmen Platzfehler(!)) abdrängen ließ, aber dann mit toller Übersicht Schweinsteiger in der Mitte bediente.
Die beiden Tore nach der Pause hatten für mich Symbolcharakter: Das 2:0 durch Müller? Ein Symbol für die wiedergekehrte Schlitzohrigkeit des Thomas Müller. So ein Tor schießen nur ganz Wenige. Das 3:0 durch Toni Kroos? Eine pure Demonstration der Entschlossenheit! Und wunderschön anzusehen waren alle drei Tore obendrein.
Lahm schwächelt, Ribery glänzt
Da fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass sich Kapitän Philipp Lahm und Vize-Kapitän Schweinsteiger nicht gerade in brillianter Form präsentierten. Vorallem Lahm produzierte einige Ballverluste, darunter zwei haarsträubende Fehlpässe, die gegen bessere Gegner vielleicht bestraft worden wären. Auch Javi Martinez fiel lediglich durch ein (notwendiges) taktisches Foul auf.
Bester Mann auf Seiten der Bayern war erneut Franck Ribery. Der Franzose profitierte, wie erwartet, vom deutlichen offensiveren David Alaba hinter sich. Vor allem in der ersten Hälfte lief fast jeder Bayern-Angriff über die linke Seite. Dennis Diekmeier war völlig überfordert und konnte einem leid tun.
Wir sehen derzeit den besten Ribery seit seiner Debüt-Saison.
Robben 90 Minuten auf der Bank - gute Entscheidung!
Mir gefiel übrigens die Entscheidung von Jupp Heynckes Arjen Robben gestern nicht mehr zu bringen. Der HSV schien nach dem 0:3 teilweise frustriert und übermotiviert (siehe Badelj!), das ist keine Situation für einen verletzungsanfälligen Spieler wie Robben.
Albern auch, wie das Spiel im Vorfeld zu einem Duell zwischen René Adler und Manuel Neuer hochstilisiert wurde. Adler hat bisher sehr gut gehalten, keine Frage. Aber ebenso weit wie der HSV gestern von einem Heimsieg entfernt war, ist Adler derzeit davon entfernt, am Thron von Neuer als Deutschlands Nummer 1 zu rütteln.
Seis drum! Die Wahrheit liegt auf dem Platz und der ist derzeit fest in der Hand des FC Bayern.
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Sonntag, 4. November 2012
Dienstag, 23. Oktober 2012
Liga-Langeweile dank bestechender Bayern
Es war die 75. Minute in Düsseldorf beim Spiel zwischen Fortuna und dem FC Bayern: Manuel Neuer machte sich auf den Weg aus seinem Tor, um eine Flanke der Düsseldorfer abzuwehren. Auf halbem Weg merkte er, dass er den Ball nicht erreichen konnte und stand dann etwas verloren mitten in seinem Strafraum. Die Szene blieb folgenlos, weil Dante den Ball wegköpfte, aber es war eine Szene, die viel sagte über dieses Spiel.
Es war nämlich der einzige Moment während der 90 Minuten, in dem man das Gefühl hatte, dass der FC Bayern die Situation auf dem Rasen nicht vollkommen im Griff hat.
Der "Patzer" von Neuer blieb folgenlos und letztlich stand am Ende ein hochverdientes 5:0 und die Erkenntnis, dass der FC Bayern die Liga derzeit ernst nimmt und sie aufgrund der individuellen Klasse fast mühelos beherrscht.
Hungrige Bayern im Herbsthoch
Wie auch letztes Jahr zur Mitte der Hinrunde ist der FCB in einer Verfassung, in der man, wenn man ernst macht, jeden Gegner in der Liga dominieren kann.
Fortuna Düsseldorf war dabei sicher nicht der stärkste Gegner, aber die Hinrunde, die die Mannschaft von Norbert Meier bisher hingelegt hat, ist aller Ehren wert. Bis zum Spiel gegen die Bayern hatte Düsseldorf immerhin nur drei Gegentore hinnehmen müssen.
Das zeigt, das vieles richtig gemacht wurde und die Fortuna nicht gerade Fallobst in dieser Liga ist, auch wenn der geneigte Fan das beim Blick auf das Ergebnis vermuten könnte.
Düsseldorf ohne Mittel gegen zielstrebige Bayern
An diesem Tag war Düsseldorf nicht gut genug, um den Bayern Paroli zu bieten. Sie ließen den Bayern zuviel Platz und kamen mit den ständigen Rochaden der Offensivkräften nie zurecht.
Dadurch ergaben sich Räume, die von den Bayern eiskalt ausgenutzt wurden. Die Münchener Tore waren allesamt wunderschön herausgespielt und Düsseldorf war mit dem 0:5 noch gut bedient.
Was mich sehr gefreut hat, war das Comeback von David Alaba, der zuvor zwei Monate verletzt war. In der 70. Minute wurde er gegen Düsseldorf eingewechselt, nachdem er unter der Woche bei seinem Comeback die österreichische Nationalmannschaft fast alleine zum Sieg schoss.
Nach seiner Einwechslung zeigte er, dass er (fit) auf der linken Abwehrseite absolut alternativlos ist.
Alaba mit dritter Torvorlage in 110 Minuten
Holger Badstuber machte gegen Düsseldorf kein schlechtes Spiel, das beileibe nicht. Aber es war eindrucksvoll zu sehen, wie sehr die linke Seite mit Alaba belebt wurde. Eine Achse mit Ribery und Alaba ist offensiv deutlich gefährlicher als mit Badstuber.
Alaba schlägt Flanken, kommt mit Tempo, geht in Dribblings und kann in Eins-gegen-Eins Situationen jederzeit etwas Überraschendes starten. Alles Qualiäten, die ich von Badstuber auf dieser Position nicht gesehen habe.
Die Vorarbeit zum 4:0 durch Thomas Müller untermauerte eindrucksvoll Alabas Stärken. Badstuber tendiert dagegen häufig zum Rück- oder Querpass und überlässt die Offensive Ribery. Das soll keine Herabsetzung von Badstuber sein, er hat zweifelsohne seine Fähigkeiten, aber sie liegen in der Defensive.
Zielsicherer Gustavo sticht Schweinsteiger und Martinez aus
Luiz Gustavo war für mich ebenfalls wieder einer der Stärksten auf Seiten des FC Bayern. Deutlich defensiver als Nebenmann Schweinsteiger, holte sich Gustavo zahlreiche Bälle von den Innenverteidigern und bediente sicher und zuverlässig seine Vorderleute.
Noch vor Bastian Schweinsteiger war er für mich der dominante Spieler im Zentrum und krönte seinen starken Auftritt mit seinem dritten Saisontor in der Bundesliga.
Die Bayern lieferten über 90 Minuten ein astreines und kontrolliertes Spiel ab. In der Offensive zielstrebig, viel mit vertikalen schnörkellosen Pässen agierend, in der Defensive geschlossen und zweikampfstark, es gab kaum etwas zu meckern.
Heynckes lobt "beste Saisonleistung"
Auch Jupp Heynckes sah, laut eigener Aussage, beim achten Saisonsieg die stärksten Bayern dieser Saison. Wenn man der Statistik glauben schenken darf, was man in diesem Fall als Bayern-Fan gerne tut, ist der FC Bayern durch den neuen Startrekord schon so gut wie deutscher Meister.
Zwölf Punkte liegt Bayern vor Borussia Dortmund, fünf Punkte beträgt der Abstand auf Eintracht Frankfurt auf Platz zwei. Laut Uli Hoeneß ist ja eben dieser Abstand zwischen Platz eins und zwei der einzige, der ihn interessiert. Recht hat der Mann!
Wenn der FC Bayern so weiter macht, wird es jedenfalls eine langweilige Saison werden. Aber nach den Ereignissen der letzten Saison kann man an der Säbenerstraße mit Langeweile gut leben.
Es war nämlich der einzige Moment während der 90 Minuten, in dem man das Gefühl hatte, dass der FC Bayern die Situation auf dem Rasen nicht vollkommen im Griff hat.
Der "Patzer" von Neuer blieb folgenlos und letztlich stand am Ende ein hochverdientes 5:0 und die Erkenntnis, dass der FC Bayern die Liga derzeit ernst nimmt und sie aufgrund der individuellen Klasse fast mühelos beherrscht.
Hungrige Bayern im Herbsthoch
Wie auch letztes Jahr zur Mitte der Hinrunde ist der FCB in einer Verfassung, in der man, wenn man ernst macht, jeden Gegner in der Liga dominieren kann.
Fortuna Düsseldorf war dabei sicher nicht der stärkste Gegner, aber die Hinrunde, die die Mannschaft von Norbert Meier bisher hingelegt hat, ist aller Ehren wert. Bis zum Spiel gegen die Bayern hatte Düsseldorf immerhin nur drei Gegentore hinnehmen müssen.
Das zeigt, das vieles richtig gemacht wurde und die Fortuna nicht gerade Fallobst in dieser Liga ist, auch wenn der geneigte Fan das beim Blick auf das Ergebnis vermuten könnte.
Düsseldorf ohne Mittel gegen zielstrebige Bayern
An diesem Tag war Düsseldorf nicht gut genug, um den Bayern Paroli zu bieten. Sie ließen den Bayern zuviel Platz und kamen mit den ständigen Rochaden der Offensivkräften nie zurecht.
Dadurch ergaben sich Räume, die von den Bayern eiskalt ausgenutzt wurden. Die Münchener Tore waren allesamt wunderschön herausgespielt und Düsseldorf war mit dem 0:5 noch gut bedient.
Was mich sehr gefreut hat, war das Comeback von David Alaba, der zuvor zwei Monate verletzt war. In der 70. Minute wurde er gegen Düsseldorf eingewechselt, nachdem er unter der Woche bei seinem Comeback die österreichische Nationalmannschaft fast alleine zum Sieg schoss.
Nach seiner Einwechslung zeigte er, dass er (fit) auf der linken Abwehrseite absolut alternativlos ist.
Alaba mit dritter Torvorlage in 110 Minuten
Holger Badstuber machte gegen Düsseldorf kein schlechtes Spiel, das beileibe nicht. Aber es war eindrucksvoll zu sehen, wie sehr die linke Seite mit Alaba belebt wurde. Eine Achse mit Ribery und Alaba ist offensiv deutlich gefährlicher als mit Badstuber.
Alaba schlägt Flanken, kommt mit Tempo, geht in Dribblings und kann in Eins-gegen-Eins Situationen jederzeit etwas Überraschendes starten. Alles Qualiäten, die ich von Badstuber auf dieser Position nicht gesehen habe.
Die Vorarbeit zum 4:0 durch Thomas Müller untermauerte eindrucksvoll Alabas Stärken. Badstuber tendiert dagegen häufig zum Rück- oder Querpass und überlässt die Offensive Ribery. Das soll keine Herabsetzung von Badstuber sein, er hat zweifelsohne seine Fähigkeiten, aber sie liegen in der Defensive.
Zielsicherer Gustavo sticht Schweinsteiger und Martinez aus
Luiz Gustavo war für mich ebenfalls wieder einer der Stärksten auf Seiten des FC Bayern. Deutlich defensiver als Nebenmann Schweinsteiger, holte sich Gustavo zahlreiche Bälle von den Innenverteidigern und bediente sicher und zuverlässig seine Vorderleute.
Noch vor Bastian Schweinsteiger war er für mich der dominante Spieler im Zentrum und krönte seinen starken Auftritt mit seinem dritten Saisontor in der Bundesliga.
Die Bayern lieferten über 90 Minuten ein astreines und kontrolliertes Spiel ab. In der Offensive zielstrebig, viel mit vertikalen schnörkellosen Pässen agierend, in der Defensive geschlossen und zweikampfstark, es gab kaum etwas zu meckern.
Heynckes lobt "beste Saisonleistung"
Auch Jupp Heynckes sah, laut eigener Aussage, beim achten Saisonsieg die stärksten Bayern dieser Saison. Wenn man der Statistik glauben schenken darf, was man in diesem Fall als Bayern-Fan gerne tut, ist der FC Bayern durch den neuen Startrekord schon so gut wie deutscher Meister.
Zwölf Punkte liegt Bayern vor Borussia Dortmund, fünf Punkte beträgt der Abstand auf Eintracht Frankfurt auf Platz zwei. Laut Uli Hoeneß ist ja eben dieser Abstand zwischen Platz eins und zwei der einzige, der ihn interessiert. Recht hat der Mann!
Wenn der FC Bayern so weiter macht, wird es jedenfalls eine langweilige Saison werden. Aber nach den Ereignissen der letzten Saison kann man an der Säbenerstraße mit Langeweile gut leben.
Montag, 19. September 2011
Die Bayern auf Schalke - Jede Menge Klartext
Im Klartext: Der FC Bayern ließ dem FC Schalke am Wochenende keine Chance und marschiert weiter. Auch aus dem Pott kamen die Münchener mit drei Punkten und einer weißen Weste nach Hause.
Vor dem Spiel gab es natürlich nur ein Thema in den Medien: Manuel Neuer. Wie würde er von seiner ehemaligen Fankurve empfangen werden? Wie würde er sich verhalten?
Von der Heftigkeit der Proteste war ich nicht überrascht. Der Fußballfan im Kollektiv ist eben auf demselben geistigen Niveau wie ein Nutellabrot anzusiedeln und der Ultra im Kollektiv schafft es selbst das noch spielend zu unterbieten. Man muss sich nur mal die Bilder der Leute anschauen, die da pöbeln, ich glaube das genügt als Statement. Die Proteste waren geschmacklos und gingen – da gibt es keine zwei Meinungen – absolut unter die Gürtellinie. Was mich jedoch wirklich schockiert hat waren die Reaktionen von Horst Heldt. Angesprochen auf die Transparente sagte er in der Pause nur:
„Jeder hat das Recht den Gast so zu empfangen, wie er es für richtig hält.“
Ganz ehrlich, wie kann ich mich denn als Verantwortlicher derartige Statements von mir geben? Da muss ich mich doch hinstellen und sagen, Leute das geht zu weit, Manuel hat viel für den Verein getan und was ihr da abzieht hat der Junge einfach nicht verdient. Aber dafür fehlen Heldt eben einfach die Eier, man muss es so deutlich sagen. Profillos, charakterlos, einfach ein absoluter Unsympath dieser Mann und das nicht erst seit diesem Wochenende.
Ich behaupte nicht, dass die Bayernfans anders reagiert hätten, aber ich bin mir sehr sicher, dass ein Uli Hoeneß, Kalle Rummenigge oder Christian Nerlinger so etwas niemals zugelassen oder verteidigt hätte. Wenigstens Benedikt Höwedes und Ralf Fährmann stellten sich nach dem Spiel vor die Kameras und verteidigten Neuer. Ich mag Männer die Klartext reden. Das hätte ich mir jedoch auch einfach von der Führungsebene der Schalker gewünscht – aber da sitzt der Stachel wohl ähnlich tief, wie bei den Fans.
Rein fußballerisch war nach 90 Minuten vor allem eines deutlich: Der FC Bayern spielt derzeit in einer eigenen Liga. Leistete Schalke in der ersten Halbzeit zumindest noch Widerstand, ergaben sich die Knappen in Hälfte Zwei auf dem Feld und auf der Tribüne der Überlegenheit der Bayern. Und dass, obwohl den Münchenern mit Mario Gomez und Arjen Robben – später auch noch Luiz Gustavo – drei wichtige Spieler fehlten. Ich mag es wenn man Taten sprechen lässt.
Der Spielverlauf glich dem vom Auswärtsspiel in Villareal fast aufs Haar. Durch ein frühes Tor von Nils Petersen gingen die Münchener in Führung. In der Folge spielte Schalke ordentlich mit und kam durch Huntelaar und Raul zu einigen guten Tormöglichkeiten. In der zweiten Hälfte drückten die Münchener aufs Tempo und schon war es vorbei mit der Schalker Herrlichkeit. Es ist schon beeindruckend, wie scheinbar spielend es der Mannschaft derzeit gelingt das Tempo bei Bedarf zu verschärfen und den Gegner zu dominieren. Thomas Müller (!) machte dann mit seinem ersten Pflichtspieltor der Saison den Sack in der 75. Minute zu.Für ihn freut es mich besonders. Was Müller an Metern macht und wie oft er damit Räume für seine Mitspieler schafft, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Als Abwehrspieler weiß man nie, wo er als nächstes auftaucht. Nach dem Spiel brachte es der Torschütze auf den Punkt:
"Wir stehen defensiv gut, haben viele Ideen in der Offensive und einen richtig guten Trainer."
Ich mag Männer die Klartext reden.
In der Defensive standen Boateng und Badstuber über weite Strecken sicher. Boateng glänzte zudem mit 100% angekommenen Pässen und 80% gewonnenen Zweikämpfen – erneut ein ganz starker Auftritt des Neuzugangs. Die Szene mit Matip war für mich jedoch ein Elfmeter und über einen Pfiff hätte sich wohl auch niemand beschwert.
Vorne ersetze Petersen den verletzten Gomez ordentlich, auch wenn dem Jungen vor dem Tor im Moment noch ein wenig die Ruhe fehlt. Aber das wird schon noch. Der Cottbuser ist sympathisch und scheint bodenständig genug zu sein, um sich und seine Leistung richtig einschätzen zu können. Ich mag Männer die Klartext reden.
Was mich noch mehr begeistert als die tolle Punkteausbeute ist diese starke Defensive. Boateng und Rafinha sind für mich eindeutig richtig gute Verstärkungen und heben die Abwehr qualitativ auf ein ganz anderes Level. Wenn die Mannschaft so weiterspielt ist sie zumindest national diese Saison nicht zu stoppen. Auf den Titelträger aus Dortmund hat das Team nun bereits acht Punkte Vorsprung.
Nach dem Spiel redete Jupp Heynckes dann Klartext. Die Spekulation, ob der FC Bayern einen Arjen Robben überhaupt noch braucht, quittierte er mit einer Liebeserklärung an den Holländer. Und auch zu den Anfeindungen gegen Neuer nahm er deutlich Stellung und hob die Verdienste Neuers für Schalke und dessen Professionalität und guten Charakter hervor. Gut so Jupp!
Ich mag Männer die Klartext reden.
Vor dem Spiel gab es natürlich nur ein Thema in den Medien: Manuel Neuer. Wie würde er von seiner ehemaligen Fankurve empfangen werden? Wie würde er sich verhalten?
Von der Heftigkeit der Proteste war ich nicht überrascht. Der Fußballfan im Kollektiv ist eben auf demselben geistigen Niveau wie ein Nutellabrot anzusiedeln und der Ultra im Kollektiv schafft es selbst das noch spielend zu unterbieten. Man muss sich nur mal die Bilder der Leute anschauen, die da pöbeln, ich glaube das genügt als Statement. Die Proteste waren geschmacklos und gingen – da gibt es keine zwei Meinungen – absolut unter die Gürtellinie. Was mich jedoch wirklich schockiert hat waren die Reaktionen von Horst Heldt. Angesprochen auf die Transparente sagte er in der Pause nur:
„Jeder hat das Recht den Gast so zu empfangen, wie er es für richtig hält.“
Ganz ehrlich, wie kann ich mich denn als Verantwortlicher derartige Statements von mir geben? Da muss ich mich doch hinstellen und sagen, Leute das geht zu weit, Manuel hat viel für den Verein getan und was ihr da abzieht hat der Junge einfach nicht verdient. Aber dafür fehlen Heldt eben einfach die Eier, man muss es so deutlich sagen. Profillos, charakterlos, einfach ein absoluter Unsympath dieser Mann und das nicht erst seit diesem Wochenende.
Ich behaupte nicht, dass die Bayernfans anders reagiert hätten, aber ich bin mir sehr sicher, dass ein Uli Hoeneß, Kalle Rummenigge oder Christian Nerlinger so etwas niemals zugelassen oder verteidigt hätte. Wenigstens Benedikt Höwedes und Ralf Fährmann stellten sich nach dem Spiel vor die Kameras und verteidigten Neuer. Ich mag Männer die Klartext reden. Das hätte ich mir jedoch auch einfach von der Führungsebene der Schalker gewünscht – aber da sitzt der Stachel wohl ähnlich tief, wie bei den Fans.
Rein fußballerisch war nach 90 Minuten vor allem eines deutlich: Der FC Bayern spielt derzeit in einer eigenen Liga. Leistete Schalke in der ersten Halbzeit zumindest noch Widerstand, ergaben sich die Knappen in Hälfte Zwei auf dem Feld und auf der Tribüne der Überlegenheit der Bayern. Und dass, obwohl den Münchenern mit Mario Gomez und Arjen Robben – später auch noch Luiz Gustavo – drei wichtige Spieler fehlten. Ich mag es wenn man Taten sprechen lässt.
Der Spielverlauf glich dem vom Auswärtsspiel in Villareal fast aufs Haar. Durch ein frühes Tor von Nils Petersen gingen die Münchener in Führung. In der Folge spielte Schalke ordentlich mit und kam durch Huntelaar und Raul zu einigen guten Tormöglichkeiten. In der zweiten Hälfte drückten die Münchener aufs Tempo und schon war es vorbei mit der Schalker Herrlichkeit. Es ist schon beeindruckend, wie scheinbar spielend es der Mannschaft derzeit gelingt das Tempo bei Bedarf zu verschärfen und den Gegner zu dominieren. Thomas Müller (!) machte dann mit seinem ersten Pflichtspieltor der Saison den Sack in der 75. Minute zu.Für ihn freut es mich besonders. Was Müller an Metern macht und wie oft er damit Räume für seine Mitspieler schafft, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Als Abwehrspieler weiß man nie, wo er als nächstes auftaucht. Nach dem Spiel brachte es der Torschütze auf den Punkt:
"Wir stehen defensiv gut, haben viele Ideen in der Offensive und einen richtig guten Trainer."
Ich mag Männer die Klartext reden.
In der Defensive standen Boateng und Badstuber über weite Strecken sicher. Boateng glänzte zudem mit 100% angekommenen Pässen und 80% gewonnenen Zweikämpfen – erneut ein ganz starker Auftritt des Neuzugangs. Die Szene mit Matip war für mich jedoch ein Elfmeter und über einen Pfiff hätte sich wohl auch niemand beschwert.
Vorne ersetze Petersen den verletzten Gomez ordentlich, auch wenn dem Jungen vor dem Tor im Moment noch ein wenig die Ruhe fehlt. Aber das wird schon noch. Der Cottbuser ist sympathisch und scheint bodenständig genug zu sein, um sich und seine Leistung richtig einschätzen zu können. Ich mag Männer die Klartext reden.
Was mich noch mehr begeistert als die tolle Punkteausbeute ist diese starke Defensive. Boateng und Rafinha sind für mich eindeutig richtig gute Verstärkungen und heben die Abwehr qualitativ auf ein ganz anderes Level. Wenn die Mannschaft so weiterspielt ist sie zumindest national diese Saison nicht zu stoppen. Auf den Titelträger aus Dortmund hat das Team nun bereits acht Punkte Vorsprung.
Nach dem Spiel redete Jupp Heynckes dann Klartext. Die Spekulation, ob der FC Bayern einen Arjen Robben überhaupt noch braucht, quittierte er mit einer Liebeserklärung an den Holländer. Und auch zu den Anfeindungen gegen Neuer nahm er deutlich Stellung und hob die Verdienste Neuers für Schalke und dessen Professionalität und guten Charakter hervor. Gut so Jupp!
Ich mag Männer die Klartext reden.
Sonntag, 7. August 2011
Ligaauftakt gegen Gladbach: Und täglich grüßt das Murmeltier...
Die Saison ist gerade mal ein Wochenende alt und schon laufen wir den Schwarz-gelben wieder hinterher. Sowohl was die Tabelle angeht, als auch was die spielerischen Aspekte betrifft. Gegen eigentlich harmlose Gladbacher setzte es bereits einen deutlichen Schuss vor den Bug. Für alle die dachten die Saison wird ein Selbstläufer sollte nun klar sein, dass auch diese Mannschaft ihr Maximum abrufen muss, um den Dortmundern Paroli zu bieten und in der Champions League (in der wir wohlgemerkt noch nicht mal drin sind) die hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen.
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt und gleicht in erschreckender Weise den Spielen aus der letzten Saison. Bayern ist natürlich überlegen, hat mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz und scheint alles im Griff zu haben. Die beste Chance des ersten Durchgangs hat trotzdem Gladbach. Neuer lenkt den Schuss von Reus jedoch über den Kasten. Auf Seiten der Münchener überzeugt im ersten Abschnitt außer Müller keiner der Offensivspieler. Zu langsam und zu behäbig sind die Angriffsbemühungen meist, zu durchschaubar die Kombinationen und zu harmlos die Hereingaben von der Seite. Bezeichnend die Eckenstatistik: 11 Ecken, nur ein Ball aufs Tor (Gomez an den Pfosten). Die Spielweise, die im Pokal gegen Braunschweig noch funktionierte, weil man früh in Führung ging, stellte sich gegen konzentriert verteidigende Gladbacher als wenig wirksam heraus. Robben konnte kaum eines seiner Dribblings erfolgreich zu Ende bringen, Kroos fehlte der Mut und das Glück im Abschluss, Schweinsteiger tauchte fast über die gesamte Spielzeit unter und wenn er am Ball war dauerte es zu lange bevor er den Ball weiterleitete. Kein Vergleich zu Götze, Großkreutz und Kagawa am Freitagabend – und das zu schreiben tut mir als Bayernfan wirklich weh. Vor allem ohne Ball fehlte der Wille auch mal die Wege für Mitspieler freizureißen oder sich in der Lücke zum Doppelpass anzubieten.
Wenigstens defensiv war jedoch zunächst alles in Butter. Rafinha und Lahm kamen immer wieder mit nach vorne und standen hinten sicher. Vor allem Boateng und Gustavo präsentierten sich in der Zentrale ungemein zweikampfstark und fingen die wenigen Offensivaktionen der Gäste aufmerksam ab.
Auch in der zweiten Hälfte dasselbe Bild, Bayern spielbestimmend aber ohne Durchschlagskraft. Robben noch ein Schatten seiner selbst und damit fehlt einfach das Überraschungsmoment im Spiel der Münchener. Auch die Hereinnahme von Ribery änderte daran nichts. Nach gut einer Stunde ging Gladbach dann vermeintlich in Führung, doch Rafati entschied zu Recht auf Foul. Kurze Zeit später passierte es dann aber doch, nach einem eigentlich harmlosen langen Ball aus der Gladbacher Hälfte gab es Abstimmungsprobleme zwischen dem heraus eilenden Neuer, Boateng und Badstuber. Camargo nutze das und köpfte zur Führung für die Gäste ein.
Auch in der verbleibenden Spielzeit gelang es den Münchenern nicht das Ergebnis noch zu drehen. Ter Stegen parierte zweimal stark gegen Gomez und Schweinsteiger. Beim einzigen gefährlichen Eckball stand Gomez Kopfball nur der Pfosten im Weg. Robben versuchte es ebenfalls noch zweimal aus der Distanz, aber die nötige Präzision fehlte auch ihm. Dazu kam noch, dass Rafati und sein Gespann leider zweimal bei Abseits danebenlagen. Gomez wäre frei vor dem Tor gewesen. Das Tor von Müller war ebenfalls regulär, da nur Gomez, aber nicht Müller im Abseits stand. Passte insgesamt aber Alles zum missglückten Tag für die Münchener.
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt und gleicht in erschreckender Weise den Spielen aus der letzten Saison. Bayern ist natürlich überlegen, hat mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz und scheint alles im Griff zu haben. Die beste Chance des ersten Durchgangs hat trotzdem Gladbach. Neuer lenkt den Schuss von Reus jedoch über den Kasten. Auf Seiten der Münchener überzeugt im ersten Abschnitt außer Müller keiner der Offensivspieler. Zu langsam und zu behäbig sind die Angriffsbemühungen meist, zu durchschaubar die Kombinationen und zu harmlos die Hereingaben von der Seite. Bezeichnend die Eckenstatistik: 11 Ecken, nur ein Ball aufs Tor (Gomez an den Pfosten). Die Spielweise, die im Pokal gegen Braunschweig noch funktionierte, weil man früh in Führung ging, stellte sich gegen konzentriert verteidigende Gladbacher als wenig wirksam heraus. Robben konnte kaum eines seiner Dribblings erfolgreich zu Ende bringen, Kroos fehlte der Mut und das Glück im Abschluss, Schweinsteiger tauchte fast über die gesamte Spielzeit unter und wenn er am Ball war dauerte es zu lange bevor er den Ball weiterleitete. Kein Vergleich zu Götze, Großkreutz und Kagawa am Freitagabend – und das zu schreiben tut mir als Bayernfan wirklich weh. Vor allem ohne Ball fehlte der Wille auch mal die Wege für Mitspieler freizureißen oder sich in der Lücke zum Doppelpass anzubieten.
Wenigstens defensiv war jedoch zunächst alles in Butter. Rafinha und Lahm kamen immer wieder mit nach vorne und standen hinten sicher. Vor allem Boateng und Gustavo präsentierten sich in der Zentrale ungemein zweikampfstark und fingen die wenigen Offensivaktionen der Gäste aufmerksam ab.
Auch in der zweiten Hälfte dasselbe Bild, Bayern spielbestimmend aber ohne Durchschlagskraft. Robben noch ein Schatten seiner selbst und damit fehlt einfach das Überraschungsmoment im Spiel der Münchener. Auch die Hereinnahme von Ribery änderte daran nichts. Nach gut einer Stunde ging Gladbach dann vermeintlich in Führung, doch Rafati entschied zu Recht auf Foul. Kurze Zeit später passierte es dann aber doch, nach einem eigentlich harmlosen langen Ball aus der Gladbacher Hälfte gab es Abstimmungsprobleme zwischen dem heraus eilenden Neuer, Boateng und Badstuber. Camargo nutze das und köpfte zur Führung für die Gäste ein.
Auch in der verbleibenden Spielzeit gelang es den Münchenern nicht das Ergebnis noch zu drehen. Ter Stegen parierte zweimal stark gegen Gomez und Schweinsteiger. Beim einzigen gefährlichen Eckball stand Gomez Kopfball nur der Pfosten im Weg. Robben versuchte es ebenfalls noch zweimal aus der Distanz, aber die nötige Präzision fehlte auch ihm. Dazu kam noch, dass Rafati und sein Gespann leider zweimal bei Abseits danebenlagen. Gomez wäre frei vor dem Tor gewesen. Das Tor von Müller war ebenfalls regulär, da nur Gomez, aber nicht Müller im Abseits stand. Passte insgesamt aber Alles zum missglückten Tag für die Münchener.
Samstag, 30. April 2011
Warum nicht immer so... IHR PAPPNASEN!
Dank einer Streckenweise überragenden Vorstellung gegen den FC Schalke 04 und dem gleichzeitigen Patzer von Hannover 96 gegen Gladbach hat der FC Bayern Platz 3 in der Liga zurückerobert. Unter der Woche beherrschte der FC Bayern mal wieder sämtliche Nachrichten und Gazetten, der Chefchen-Eklat um Bastian Schweinsteiger, sowie die Aussagen von Arjen Robben zu den Führungsqualitäten der Kapitäne Lahm und Schweinsteiger zeigten deutlich, wie es derzeit um das Innenleben der Mannschaft bestellt ist, dazu kamen noch die zahlreichen Gerüchte um Manuel Neuer.
Die mit Spannung erwartete Reaktion der Bayernfans gegenüber Neuer fiel, soweit man das am Fernseher beurteilen konnte, unerwartet leise aus. Nur vereinzelt waren Pfiffe und Sprechgesänge gegen unsere (hoffentlich) zukünftige Nummer 1 zu hören – und das war auch gut so. Ein paar Unbelehrbare gibt es natürlich immer, aber die Tatsache, dass sich das Klima im Vergleich zum Pokalspiel deutlich beruhigt hat, stimmt mich zuversichtlich.
Der FC Bayern ging von Beginn an hochmotiviert zur Sache und demonstrierte den Königsblauen von der ersten Minute an, wer Herr im Hause ist. Mich persönlich macht das immer ein wenig nachdenklich und auch wütend, weil ich mir dann ausmale, was dieses Jahr möglich gewesen wäre, wenn man ein solches Engagement im Pokalhalbfinale oder im CL-Achtelfinale an selber Stelle gezeigt hätte. Oder bei einer der unzähligen unnötig verschenkten Auswärtspartien in der Liga.
Wie dem auch sei, in der Anfangsphase überrollte der FC Bayern die Gäste regelrecht. Angeführt von den überragenden Gomez, Müller und Robben zelebrierte der FCB vor allem in der ersten halben Stunde ein Offensivfeuerwerk, dass den Schalkern schwindelig wurde.
Bereits nach 6 Minuten schlug es das erste Mal ein im Kasten von Manuel Neuer. Nach einem Katastrophenfehler von Annan eroberte Mario Gomez den Ball an der Seitenauslinie und bediente in der Mitte Arjen Robben, der schob den Ball abgefälscht von Metzelder ins lange Eck. Manch einer mag unken, dass Manuel Neuer diesen Ball am Dienstag gehalten hätte, aber dem geneigten Bayernfan soll es Recht sein. Schalke glich jedoch nur eine Minute später aus. Eigentlich war Schalke an diesem 1:1 jedoch kaum beteiligt. Farfan flankte nach einer kurz ausgeführten Ecke, Jörg Butt tauchte unter dem Ball durch, Diego Contento zog den Kopf ein und Badstuber stand eben da, wo ein Unglücksrabe in so einer Situation steht, Ausgleich.
Bayern zeigte sich jedoch wenig beeindruckt und spielte weiter engagiert und zielstrebig nach Vorne. Auffällig dabei war, dass die Münchener es vor allem in der Anfangsphase auch des Öfteren mit langen Flugbällen auf die Außen versuchten. Ein Mittel, das es unter van Gaal kaum bis nie gab. Dadurch gelang es aber die Schalker ein ums andere Mal zu überrumpeln. Auch der läuferische Aufwand, den die Münchener bei gegnerischem Ballbesitz zeigten war beeindruckend und zeigte was diese Mannschaft leisten kann wenn sie will. Kurze Zeit später brachte Christoph Metzelder Arjen Robben kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Zunächst sah es für viele klar nach Elfmeter aus, aber der gute Schiedsrichter Gagelmann entschied zu Recht auf Freistoß. Arjen Robben hämmerte Selbigen in die Mauer und der gedankenschnelle Müller verwertete den Abpraller zum 2:1 (13.).
Der FCB hielt das Tempo weiter hoch, Ribery verzog noch knapp (16.), Mario Gomez machte es kurze Zeit später besser. Müller köpfte eine Hereingabe von Robben über den heraus eilenden Neuer und Gomez vollendete aus kurzer Distanz zum 3:1 (19.). Manuel Neuer gab bei diesem Tor keine gute Figur ab und prompt stimmten Teile der Bayernfans ihre Gesänge an. „Schießbuden-Neuer“ war der Spruch der Wahl. Ziemlich lächerlich das Ganze. Sah wohl auch Neuer so und demonstrierte bei den nächsten beiden Bayern-Großchancen seine Extraklasse. Auch in der Folge zeigten die Münchener teils überragende Kombinationen. Sogar der nicht für technische Kabinettstückchen bekannte Tymoschuk beteiligte sich mit einem Hackentrick am Münchener Spektakel. Erst nach gut einer halben Stunde nahmen die Münchener das Tempo raus und das Spiel verflachte sofort, da von den Schalkern an diesem Tag rein Garnichts kam.
Auch in der zweiten Hälfte verwalteten die Mannen von Andries Jonker das Ergebnis und ließen die letzte Konsequenz in den Offensivaktionen vermissen. Erst kurz vor Schluss stellte der überragende Müller den Endstand her. Der gerade eingewechselte Klose spielte Ribery perfekt in den Lauf, der steckte durch auf Müller und im dritten Anlauf traf der zum 4:1 (83.). 4 Tore, 3 Punkte, Platz 3 erneut zurückerobert, Alles gut sollte man meinen. Trotzdem gaben sich die Münchener nach dem Spiel eher nachdenklich als euphorisch.
Thomas Müller: „Das einzig Bittere ist, dass wir aus dem Potenzial, was in der Mannschaft steckt, so wenig rausgeholt haben. Wenn man sieht, dass wir um den dritten Platz kämpfen müssen. Da ist das ein wenig enttäuschend, dass wir so wenig aus der Saison gemacht haben.“
Andries Jonker: „Ich denke, dass wir ein Riesenpotenzial haben. Wir sind in der Lage alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Um das abzurufen, müssen wir 90 Minuten da sein. Wir machen alles, um das Ziel Platz drei zu erreichen. Aber es gibt keinen Grund, überheblich zu sein. Wir spielen nächste Woche gegen St. Pauli, dort müssen wir gewinnen.“
Das einhellige Fazit lautet also auch bei Spielern und Verantwortlichen, wenn man eine solche Leistung öfter abgerufen hätte, wäre diese Saison mehr drin gewesen. Kommende Woche gilt es nun im letzten Auswärtsspiel des Jahres (Gottseidank!) beim Tabellenletzten St. Pauli den Grundstein für Platz 3 zu legen, oder wie es Arjen Robben ausdrückt: „Wir sind Professionals, dann mussen wir damit weitergehen.“
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