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Montag, 13. Januar 2014

Ballon d’Or – Vom Triumph zur Qual

Heute Abend wird in Zürich der „FIFA Ballon d’Or“ an den Weltfußballer des Jahres 2013 verliehen. Der Award, der von Kapitänen, Trainern und Journalisten aus aller Welt vergeben wird, zeichnet seit 2010 den besten Spieler des Jahres aus. Bisher einziger Preisträger ist Barcelonas Lionel Messi. 

Auch in diesem Jahr befindet sich der Argentinier unter den drei letzten verbliebenen Kandidaten. Doch trotzdem ist in diesem Jahr etwas anders: 

Ich habe keine Lust auf den Ballon d’Or. 

Eine Wahl als Glaubenskrieg 

In den letzten Jahren entwickelte sich in der Fußballwelt ein echter Glaubenskrieg, der besonders im Umfeld der Weltfußballerwahl jährlich seinen Höhepunkt zu finden scheint. Die Frage lautet stets gleich: Messi oder Ronaldo?

Die sportlichen Argumente für beide sind offensichtlich und sehr ähnlich: Beide sind in ihren Teams die dominante Figur und beide haben seit Jahren eine unglaubliche Torquote. Auf der einen Seite Ronaldo, der für viele arrogant wirkende Modelathlet, auf der anderen Lionel Messi, der wendige aber medienscheue Dribbler. Zugehörigkeit zu einem der beiden „Lager“ lässt sich in den meisten Fällen auf simple Sympathie reduzieren. 

Komplizierte Lage 

In diesem Jahr ist jedoch alles etwas komplizierter. 

Das nahezu perfekte Jahr des FC Bayern katapultiert mit Franck Ribery einen Spieler in den Favoritenkreis, der in den letzten Jahren bei der Vergabe keine Rolle spielte. Doch nicht nur das: Im Gegensatz zu seinen beiden Konkurrenten ist Ribery kein Stürmer, er war möglicherweise nicht einmal die dominante Figur im Spiel des FC Bayern. 

„Und der soll Weltfußballer werden?“, fragen sich viele. Wieder wird mit religiösem Eifer in sozialen Netzwerken über die Eignung der Kandidaten gesprochen. Besonders zwischen den Anhängern von Ronaldo und Ribery entbrennen hitzige Diskussionen. Die Argumente sind mal stichhaltig, mal eloquent formuliert, häufig leider keines von beidem. 

Blatter und Hoeneß demontieren den Sieger

Hinzu kommen Spekulationen über eine mögliche Manipulation der Wahl, weil die FIFA die Wahlfrist aufgrund des geringen Rücklaufs an eingegangenen Stimmen im November nochmals verlängert. Pikanterweise nur wenige Wochen, nachdem FIFA-Präsident Sepp Blatter Ronaldo auf peinliche Art und Weise nachäffte und nur wenige Tage, nachdem eben dieser Ronaldo sein Land mit vier Toren in den Playoffs quasi im Alleingang zur WM schoss. 
Spätestens mit dieser Entscheidung hat die FIFA ihre eigene Auszeichnung konterkariert, zumindest in den Augen jener Fans, deren Favorit am Ende nicht gewinnen wird. Die Aussagen von Uli Hoeneß machen deutlich, dass die stark ausgeprägte Subjektivität nicht nur Fans innewohnt. 

Ich finde das unnötig. Ich finde das unreflektiert. Vor allem aber finde ich es tragisch – und zwar für den Spieler, der die Auszeichnung am Ende in den Händen halten wird. Es wird weiter Diskussionen geben, es wird Spekulationen geben und die wenigsten werden anerkennen, dass der Sieger die Auszeichnung verdient hat – egal wer es wird. 



Ps.: Wie bestellt:

Sonntag, 4. November 2012

Der FC Bayern im Herbst 2012...

...ist nicht der FC Bayern des letzten Herbstes. Das steht nach dieser Woche zweifelsohne fest. Die Siege im Pokal und gegen den HSV am gestrigen Samstag haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Niederlage gegen Leverkusen keine bleibenden Schäden hinterlassen hat. Sieben Punkte beträgt inzwischen der Vorsprung auf Platz zwei.

Der neuerliche Gala-Auftritt zeigt, dass der FC Bayern sich weiterentwickelt hat. Auswärtsschwäche? Vergessen! Fünf Siege und 15:0 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Dabei waren die Gegner der Bayern alles andere als Kanonenfutter. Sieg in Bremen, Sieg auf Schalke und nun der 3:0-Sieg beim HSV.

Und war da nicht einmal diese obligatorische 15-Minuten-Schaffenspause der Bayern nach der Pause? Vergessen! Zum zweiten Mal in dieser Saison entschieden die Bayern gegen Hamburg das Spiel mit einem Doppelschlag kurz nach der Pause.

HSV hält nur 15 Minuten mit

Lediglich zu Beginn sah es gestern so aus, als könne der HSV mithalten. Nach einer Viertelstunde übernahmen die Bayern dann das Steuer und gaben es fortan nicht mehr aus der Hand. Bastian Schweinsteiger erzielte vor der Pause das 1:0 nach Vorlage von Toni Kroos, der sich zunächst von René Adler (und einem schlimmen Platzfehler(!)) abdrängen ließ, aber dann mit toller Übersicht Schweinsteiger in der Mitte bediente.

Die beiden Tore nach der Pause hatten für mich Symbolcharakter: Das 2:0 durch Müller? Ein Symbol für die wiedergekehrte Schlitzohrigkeit des Thomas Müller. So ein Tor schießen nur ganz Wenige. Das 3:0 durch Toni Kroos? Eine pure Demonstration der Entschlossenheit!  Und wunderschön anzusehen waren alle drei Tore obendrein.

Lahm schwächelt, Ribery glänzt

Da fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass sich Kapitän Philipp Lahm und Vize-Kapitän Schweinsteiger  nicht gerade in brillianter Form präsentierten. Vorallem Lahm produzierte einige Ballverluste, darunter zwei haarsträubende Fehlpässe, die gegen bessere Gegner vielleicht bestraft worden wären. Auch Javi Martinez fiel lediglich durch ein (notwendiges) taktisches Foul auf.

Bester Mann auf Seiten der Bayern war erneut Franck Ribery. Der Franzose profitierte, wie erwartet, vom deutlichen offensiveren David Alaba hinter sich. Vor allem in der ersten Hälfte lief fast jeder Bayern-Angriff über die linke Seite. Dennis Diekmeier war völlig überfordert und konnte einem leid tun.

Wir sehen derzeit den besten Ribery seit seiner Debüt-Saison.

Robben 90 Minuten auf der Bank - gute Entscheidung!

Mir gefiel übrigens die Entscheidung von Jupp Heynckes Arjen Robben gestern nicht mehr zu bringen. Der HSV schien nach dem 0:3 teilweise frustriert und übermotiviert (siehe Badelj!), das ist keine Situation für einen verletzungsanfälligen Spieler wie Robben.

Albern auch, wie das Spiel im Vorfeld zu einem Duell zwischen René Adler und Manuel Neuer hochstilisiert wurde. Adler hat bisher sehr gut gehalten, keine Frage. Aber ebenso weit wie der HSV gestern von einem Heimsieg entfernt war, ist Adler derzeit davon entfernt, am Thron von Neuer als Deutschlands Nummer 1 zu rütteln.

Seis drum! Die Wahrheit liegt auf dem Platz und der ist derzeit fest in der Hand des FC Bayern.

Samstag, 6. Oktober 2012

Harmlose Hoffenheimer und Betriebsunfall gegen BATE

Der Mann der Woche beim FC Bayern heißt ohne Zweifel Franck Ribery. Zunächst sein erstes Saisontor gegen BATE Borissow und anschließend sorgte er am Wochenende für den ungefährdeten Sieg gegen Hoffenheim. 

Mit seinen Bundesliga-Treffern 44 und 45 überholte König Franck sogar den Kaiser höchstpersönlich. Dessen Groll darüber wird sich aber in Grenzen halten, sorgte der Franzose doch dafür, dass das 1:3 unter der Woche erst einmal keine weiteren Wellen schlagen wird.

König Franck überholt den Kaiser

Gegen Hoffenheim präsentierten sich die unter der Woche kritisierten Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger mit starken Leistungen. Schweinsteiger (111) und Kroos (94) hatten die meisten Ballkontakte auf dem Feld und lenkten das Spiel im Mittelfeld, während sich Javi Martínez vor allem der Absicherung der beiden widmete.

Kroos hatte außerdem nach Ribery die meisten Torschüsse, bereitete zudem das 2-0 vor, als er selbst zunächst ein Luftloch fabrizierte, aber dann schnell schaltete und den Franzosen bediente. 

Kroos und Schweinsteiger dominieren harmlose Hoffenheimer

Martínez zeigte die eine oder andere Unsicherheit, gewann aber die meisten Zweikämpfe aller Akteure (19). Kurz vor Schluss verpasste er nur knapp das 3-0. Dass er sich danach am Pfosten abreagierte, zeigt wie sehr sich Martínez unter Druck setzt.

21 Punkte und alles wieder in Butter also? Aber gab es überhaupt Probleme? Ja, durchaus.

Die Presse stürzte sich nach dem 1:3 bei BATE ja mit Wonne auf den vermeintlichen Zwist zwischen Matthias Sammer und Jupp Heynckes. Dabei gab es eigentlich sehr viel mehr über das Spiel zu sprechen, denn da zeigte der FC Bayern so einige Schwächen.

BATE Borrisow nutzt die FCB-Schwächen eiskalt aus

Schwache Außenverteidiger. Schwache Chancenverwertung. Schlechtes Umschaltspiel in die Defensive und dazu ein Gegner, der taktisch hervorragend eingestellt und bissig genug war, um diese Schwächen eiskalt auszunutzen.

Die Niederlage war für mich nicht unglücklich, sondern folgerichtig.

Bis auf das Spiel gegen Fürth hat Bayern für mich bisher in keinem Auswärtsspiel wirklich überzeugt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Gegner kommt, der gut genug ist die Schwächen des FC Bayern auszunutzen.

Die Spieler nehmen die Champions League ernst - nicht erst jetzt

Diese Niederlage ist jedoch kein Weltuntergang. Und auch kein Hallo-Wach-Erlebnis. Auch wenn der FC Bayern teilweise schon ins Achtelfinale geschrieben wurde - zumal nach dem Auftaktsieg gegen Valencia - ist das immernoch die Champions League. Da muss man jeden Gegner ernst nehmen und ich denke das tut man beim FC Bayern.

Jetzt hoffe ich, dass sich unsere Verletzten (David Alaba, Mario Gomez, Arjen Robben) in der Länderspielpause erholen und wir anschließend da weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Vor allem auf die Rückkehr von David Alaba freue ich mich persönlich sehr.

Die Länderspielpause kommt gerade recht für Alaba und Gomez

Holger Badstuber in Ehren, aber man sieht ihm derzeit an, dass er sich selbst nicht als Außenverteidiger sieht. Borissow ausgenommen macht er zwar nicht viele Fehler, aber ein Alaba setzt sicher deutlich mehr offensive Akzente undmacht damit Ribery vielleicht noch ein Stück besser.

Wer mir übrigens gegen Hoffenheim garnicht gefallen hat: Mario Mandzukic. Nicht nur, dass er Thomas Müller in Häflte eins ummähte. Der Kroate wirkte in den letzten Spielen wie ein Fremdkörper im Angriff und längst nicht mehr so lauffreudig wie zu Beginn der Saison.

Die genaue Rückkehr von Mario Gomez steht zwar noch in den Sternen, aber ich freue mich schon jetzt, wenn unser bester Torschütze der letzten Saison wieder eingreifen kann.

Sonntag, 11. September 2011

FCB - SC Freiburg: Auf der Suche nach dem Glück

Ich bin kein Freund von Lobhudeleien., warum das so ist, darüber könnte man stundenlang philosophieren, sofern einen derartige Belanglosigkeiten interessieren. Aber Lobhudeleien? Nein Danke! Da krampft sich alles in mir zusammen.

Selbst bei Dingen, die für das Auge der Allgemeinheit perfekt erscheinen, bereitet es mir mehr Freude das Haar in der Suppe zu finden. Ich schreibe nicht gern über schnell vorgetragene, technisch makellos vorgetragene Angriffszüge, wie jener, den die vier deutschen Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Toni Kroos und Mario Gomez da am Samstag auf den Rasen gezaubert haben.

Ich bin halt einfach ein Meckerer schätze ich. Wenn es was zu bemängeln gibt laufe ich zu Höchstform auf. Ich sehe ein Problem und ich lege einen Finger in die Wunde, ich bohre darin herum, schreibe mich in einen Rausch und will meinen Frust und Ärger mit der ganzen Welt teilen.

Wozu soll ich berichten wie Frank Ribery das beste Spiel seit gefühlten Ewigkeiten gemacht hat, wie er seinen Gegenspielern ein ums andere Mal Knoten in die Beine gespielt hat und seinen Sahnetag dann auch noch mit zwei Toren und einer Vorlage auf Mario Gomez zum 4-0 krönte.

Es ist noch ein weiter Weg bis in Europas Spitze, wir spielen nicht so gut und souverän wie andere Topmannschaften, das sind Themen die interessant zu analysieren und kontrovers zu diskutieren es sich lohnt in meinen Augen. Aber dieses Spiel? Diese Harmonie innerhalb der Mannschaft. Dieses perfekte Umschalten bei Ballverlusten. Luiz Gustavo, der eindrucksvoll demonstrierte, warum man in München froh sein sollte kein Geld für Arturo Vidal ausgegeben zu haben.

Wozu das Offensichtliche hervorheben? Selbst bei so einem Spiel komme ich noch auf einen Puls von 180, weil ich mich genüsslich über die wieder einmal erwiesene Inkompetenz eines Turn und Taxis echauffiere. Weil mir fast der Kopf platzt, als der Schiedsrichter Gomez ersten Elfmeter zurückpfeift, spüre ich, dass ich noch etwas zu sagen habe in meinem Wohnzimmer und im Netz.

Ich bin generell kein Mensch der Glück einfach genießen kann. Euphorie? Nicht meins. Ich bin ein kritischer Fan mit Leib und Seele. Aber verdammt Jungs, das war echt ein geiles Spiel! DANKE!

Sonntag, 21. August 2011

FCB - HSV im Twitter Spielfilm

Schöne Erlebnisse soll man gerne nochmal durchleben, deshalb hier der Twitter-Spielfilm zum souveränen 5:0 gegen den HSV. Diesmal mit viel Unruhe vor dem Anpfiff, einer gewagten These, der nötigen Dosis Arroganz und einer Prise Selbstherrlichkeit.

redrobbery Red Robbery
Official Lineups - FC Bayern: Neuer - Rafinha, van Buyten, Badstuber, Lahm - Tymoshchuk, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribery - Gomez

breitnigge breitnigge
Ist das ein Scherz mit dieser Aufstellung? Tymo? van Buyten??? #FCB #HSV

voegi79 Patrick Völkner
Bayern ohne Boateng und Luiz Gustavo. Klares Zeichen an den HSV: Wir unterschätzen Euch heute mal.

voegi79 Patrick Völkner
Trotz Harakiri-Taktik steht Pranjic übrigens nicht im Kader. Demütigung at its best.

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB

Boateng und Luiz Gustavo werden für das Sonntagstraining geschont.

kaisergrantler Patrick F.

Finde die Rotation gar nicht schlecht. Ich bin sicher, dass weder Tymo noch van Buyten heute schlecht spielen werden. #FCB

mobtheater Timo Zimmer

DvB. 1-0 Bayern. Läuft auch.

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Ach Jupp, Du Teufelskerl.

breitnigge breitnigge

Ich lach mich schlapp. AUSGRECHNET van Buyten... #DonJupp, Du Teufelskerl. ;-)

msBlix Michael Stricz
In Your face everyone! DVB zum 1:0 #Fcb #hsv

msBlix Michael Stricz
ET BOUM! C'est le choc! Ribery zum 2:0 #fcb #hsv

breitnigge breitnigge
Der Oenning ist ein Fuchs. Will in München mauern. Wie Gladbach. Doof wenn man keine Defensive hat. Kenn das Gefühl. Aus dem letzten Jahr...

kaisergrantler Patrick F.
Ich möchte bereits jetzt an die Tordifferenz erinnern. Könnte man heute ausbauen. #Arroganztweet

breitnigge breitnigge
Übel, HSVer verlieren regelmäßig in Vorwärtsbewegung ca. 25 Meter vorm Tor den Ball.

MeinRapde MeinRap.de
Tor des Jahres. #robben

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Zum Dahinschmelzen!

kaisergrantler Patrick F.
Heute hat Neuer zum ersten Mal einen Steifen, während des Spiels. #FCB

Matze_MR Matze

Robbenderboss. #fcb

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
H/S/V - HSV in seine Einzelteile zerlegt.

stadtneurotikr Stadtneurotiker
Uli Hoeneß geht in der Pause in die Kabine und gibt jedem Spieler ein Bier aus. #FCB

fehlpass Yalcin Imre

Wenn ich so den Müller sehe, frage ich mich was wir eigentlich mit Kroos auf der Position wollen? #FCB #HSV

dogfood Kai Pahl

Den dritten Spieltag in Folge denk ich: "das ist ja noch übler als ich es nach der Vorwoche erwartet hatte" #hsv

redrobbery Red Robbery

Something tells me that even Ali Karimi could score a goal for Bayern today.

breitnigge breitnigge
Goooooooooooooooooomeeeeeez!!!!

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB

Da ist das Ding. Gomez reloaded.

breitnigge breitnigge

Aaalter. Slapstick. #Gomez #keinTor

Matze_MR Matze

Olicderboss. #fcb

baziblogger Andi
Schade, dass ein solches Spiel nicht mit vier Punkten belohnt wird, sonst wären die Bayern endlich Tabellenführer. #fcb
probek Kai L.
Das hat Spaß gemacht! Danke, #HSV, danke, #FCB.

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Im März 6:0, heute nur 5:0. The Trend ist ein Idiot.

Mingablog Marco
Mann, war das schön. Fußball mit einem Lächeln im Gesicht. Danke Männer! Und weitermachen!

Samstag, 30. April 2011

Warum nicht immer so... IHR PAPPNASEN!

Dank einer Streckenweise überragenden Vorstellung gegen den FC Schalke 04 und dem gleichzeitigen Patzer von Hannover 96 gegen Gladbach hat der FC Bayern Platz 3 in der Liga zurückerobert. Unter der Woche beherrschte der FC Bayern mal wieder sämtliche Nachrichten und Gazetten, der Chefchen-Eklat um Bastian Schweinsteiger, sowie die Aussagen von Arjen Robben zu den Führungsqualitäten der Kapitäne Lahm und Schweinsteiger zeigten deutlich, wie es derzeit um das Innenleben der Mannschaft bestellt ist, dazu kamen noch die zahlreichen Gerüchte um Manuel Neuer.

Die mit Spannung erwartete Reaktion der Bayernfans gegenüber Neuer fiel, soweit man das am Fernseher beurteilen konnte, unerwartet leise aus. Nur vereinzelt waren Pfiffe und Sprechgesänge gegen unsere (hoffentlich) zukünftige Nummer 1 zu hören – und das war auch gut so. Ein paar Unbelehrbare gibt es natürlich immer, aber die Tatsache, dass sich das Klima im Vergleich zum Pokalspiel deutlich beruhigt hat, stimmt mich zuversichtlich.

Der FC Bayern ging von Beginn an hochmotiviert zur Sache und demonstrierte den Königsblauen von der ersten Minute an, wer Herr im Hause ist. Mich persönlich macht das immer ein wenig nachdenklich und auch wütend, weil ich mir dann ausmale, was dieses Jahr möglich gewesen wäre, wenn man ein solches Engagement im Pokalhalbfinale oder im CL-Achtelfinale an selber Stelle gezeigt hätte. Oder bei einer der unzähligen unnötig verschenkten Auswärtspartien in der Liga.  
Wie dem auch sei, in der Anfangsphase überrollte der FC Bayern die Gäste regelrecht. Angeführt von den überragenden Gomez, Müller und Robben zelebrierte der FCB vor allem in der ersten halben Stunde ein Offensivfeuerwerk, dass den Schalkern schwindelig wurde.

Bereits nach 6 Minuten schlug es das erste Mal ein im Kasten von Manuel Neuer. Nach einem Katastrophenfehler von Annan eroberte Mario Gomez den Ball an der Seitenauslinie und bediente in der Mitte Arjen Robben, der schob den Ball abgefälscht von Metzelder ins lange Eck. Manch einer mag unken, dass Manuel Neuer diesen Ball am Dienstag gehalten hätte, aber dem geneigten Bayernfan soll es Recht sein. Schalke glich jedoch nur eine Minute später aus. Eigentlich war Schalke an diesem 1:1 jedoch kaum beteiligt. Farfan flankte nach einer kurz ausgeführten Ecke, Jörg Butt tauchte unter dem Ball durch, Diego Contento zog den Kopf ein und Badstuber stand eben da, wo ein Unglücksrabe in so einer Situation steht, Ausgleich.

Bayern zeigte sich jedoch wenig beeindruckt und spielte weiter engagiert und zielstrebig nach Vorne. Auffällig dabei war, dass die Münchener es vor allem in der Anfangsphase auch des Öfteren mit langen Flugbällen auf die Außen versuchten. Ein Mittel, das es unter van Gaal kaum bis nie gab. Dadurch gelang es aber die Schalker ein ums andere Mal zu überrumpeln. Auch der läuferische Aufwand, den die Münchener bei gegnerischem Ballbesitz zeigten war beeindruckend und zeigte was diese Mannschaft leisten kann wenn sie will. Kurze Zeit später brachte Christoph Metzelder Arjen Robben kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Zunächst sah es für viele klar nach Elfmeter aus, aber der gute Schiedsrichter Gagelmann entschied zu Recht auf Freistoß. Arjen Robben hämmerte Selbigen in die Mauer und der gedankenschnelle Müller verwertete den Abpraller zum 2:1 (13.). 

Der FCB hielt das Tempo weiter hoch, Ribery verzog noch knapp (16.), Mario Gomez machte es kurze Zeit später besser. Müller köpfte eine Hereingabe von Robben über den heraus eilenden Neuer und Gomez vollendete aus kurzer Distanz zum 3:1 (19.). Manuel Neuer gab bei diesem Tor keine gute Figur ab und prompt stimmten Teile der Bayernfans ihre Gesänge an. „Schießbuden-Neuer“ war der Spruch der Wahl. Ziemlich lächerlich das Ganze. Sah wohl auch Neuer so und demonstrierte bei den nächsten beiden Bayern-Großchancen seine Extraklasse. Auch in der Folge zeigten die Münchener teils überragende Kombinationen. Sogar der nicht für technische Kabinettstückchen bekannte Tymoschuk beteiligte sich mit einem Hackentrick am Münchener Spektakel. Erst nach gut einer halben Stunde nahmen die Münchener das Tempo raus und das Spiel verflachte sofort, da von den Schalkern an diesem Tag rein Garnichts kam.

Auch in der zweiten Hälfte verwalteten die Mannen von Andries Jonker das Ergebnis und ließen die letzte Konsequenz in den Offensivaktionen vermissen. Erst kurz vor Schluss stellte der überragende Müller den Endstand her. Der gerade eingewechselte Klose spielte Ribery perfekt in den Lauf, der steckte durch auf Müller und im dritten Anlauf traf der zum 4:1 (83.). 4 Tore, 3 Punkte, Platz 3 erneut zurückerobert, Alles gut sollte man meinen. Trotzdem gaben sich die Münchener nach dem Spiel eher nachdenklich als euphorisch.


Thomas Müller: „Das einzig Bittere ist, dass wir aus dem Potenzial, was in der Mannschaft steckt, so wenig rausgeholt haben. Wenn man sieht, dass wir um den dritten Platz kämpfen müssen. Da ist das ein wenig enttäuschend, dass wir so wenig aus der Saison gemacht haben.“


Andries Jonker: „Ich denke, dass wir ein Riesenpotenzial haben. Wir sind in der Lage alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Um das abzurufen, müssen wir 90 Minuten da sein. Wir machen alles, um das Ziel Platz drei zu erreichen. Aber es gibt keinen Grund, überheblich zu sein. Wir spielen nächste Woche gegen St. Pauli, dort müssen wir gewinnen.“


Das einhellige Fazit lautet also auch bei Spielern und Verantwortlichen, wenn man eine solche Leistung öfter abgerufen hätte, wäre diese Saison mehr drin gewesen. Kommende Woche gilt es nun im letzten Auswärtsspiel des Jahres (Gottseidank!) beim Tabellenletzten St. Pauli den Grundstein für Platz 3 zu legen, oder wie es Arjen Robben ausdrückt: „Wir sind Professionals, dann mussen wir damit weitergehen.“

Montag, 21. März 2011

FC Bayern - Freiburg: Die Rückkehr der Duselbayern

Kaum spricht man den Bayern die Qualität ab, Spiele in den letzten Minuten zu gewinnen, schon beweisen sie, dass es eben doch geht. Der Boulevard jubiliert: „Die Rückkehr der Duselbayern“.
Was der FC Bayern allerdings während der 90 Minuten ablieferte war alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen. Mario Gomez köpfte nach Riberys Freistoß zunächst das frühe 1:0. Sein insgesamt 19. Saisontreffer, dieser Mann ist ein Phänomen. Anschließend verlor der FCB jedoch völlig seine Linie. Freiburg war das dominante Team und bestimmte die Partie. Luiz Gustavo, der erneut mit van Buyten die IV bildete, erwischte im Breisgau einen rabenschwarzen Tag. Zunächst ließ er einen Steilpass der Freiburger einfach passieren und zwang so Kraft zu einem Foul an Cisse, der dann allerdings den folgenden Elfmeter kläglich vergab. Nochmal gutgegangen! Nur wenige Minuten später stand Gustavo erneut neben sich und ließ Cisse nach einer harmlosen Hereingabe völlig frei stehen. Diese Chance nutzte Cisse und erzielte den hochverdienten Ausgleich. Gustavo war für mich an diesem Tag eine absolute Katastrophe. Da sage noch einer wir seien zu leicht ausrechenbar. Blödsinn! Man kann wirklich nie wissen welcher Bayernspieler heute für Slapstickeinlagen zuständig ist.

Die zweite große Enttäuschung an diesem Tag war der bereits früh ausgewechselte Arjen Robben. Als er seinen Arbeitstag nach 27 Minuten beendete, hatte der Holländer gerade vier(!) Ballkontakte gesammelt und wirkte doch arg lustlos. Ob dies nun mit einer Verletzung zusammenhing oder eine emotionale Spätfolge der Niederlage am Mittwoch war, lässt sich schwer beurteilen. Allerdings war die Körpersprache für mich pure Provokation. Die Befürchtungen, dass er die Länderspielreise der Holländer trotzdem mitmachen würde, haben sich ja glücklicherweise nicht bestätigt. Alles Andere wäre für mich aber auch nicht nachvollziehbar gewesen.

Aber zurück zum Geschehen auf dem Rasen. Es war wieder eines dieser Spiele, in denen man nicht das Gefühl hatte, dass die Bayern nochmal zulegen können. Doch zum Glück für uns schien den Freiburger nach der Halbzeit einzufallen, dass sie gegen den FCB spielen und sie verfielen in eine unerklärliche Schockstarre. Ob es Angst vor der eigenen Courage war? Ob Robin Dutt eine van Gaalsche Halbzeitansprache hielt? Ob den Freiburger erst nach 45 Minuten klar wurde, dass sie ja gegen Bayern eigentlich zu verlieren haben? Ich weiß es nicht und es interessiert mich im Nachhinein auch nicht. Tatsache ist, dass sich Freiburg völlig unerklärlicherweise zurückzog und den Bayern das Spiel überließen. Ja ich sage absichtlich „das Spiel überließen“ weil ich der Meinung bin, dass der Verlauf der zweiten Hälfte weniger mit der Stärke der Bayern als vielmehr mit der Schwäche der Freiburger zu tun hatte. Dieses mangelnde Selbstbewusstsein kann man jedoch auch als positives Signal sehen. Die Liga hat noch nicht vergessen wer wir sind. 

Bayern dominierte also die zweite Halbzeit ohne dabei spielerisch zu glänzen. Freiburg brachte nach vorne nicht mehr viel zu Stande und Bayern blieb ebenfalls lange harmlos. Kurz vor Schluss fasste sich Ribery schließlich ein Herz und hämmerte den Ball aus gut 16 Metern entschlossen ins lange Eck. Der anschließende Jubel zeigte in aller Deutlichkeit, wie es derzeit um den Seelenzustand der Mannschaft bestellt ist. Ich hoffe dieser Sieg war eine Initialzündung für die kommenden Spiele, das Restprogramm ist durchaus machbar. Ich bin allerdings beeindruckt von der Kaltschnäuzigkeit der Hannoveraner und Leverkusener. Das wird kein Zuckerschlecken. Aber immerhin haben wir wieder zwei Punkte auf Dortmund gutgemacht… Apropos Dortmund. Ich finde es immer wieder amüsant zu beobachten, wie schlecht Jürgen Klopp mit Rückschlägen umgehen kann. Flattern da etwa jetzt doch die Nerven? Allen die es noch nicht gesehen haben, empfehle ich dringend sich das Studiointerview mit Klopp und Tuchel auf sky.de anzuschauen. Ganz grosses Kino.

Sonntag, 13. März 2011

FC Bayern - HSV: Brechende Dämme und leere Ränge

Nach den turbulenten Ereignissen der letzten Tage hat es der FC Bayern geschafft den freien Fall zu stoppen. Mit einem 6:0 gegen den ebenfalls krisengeschüttelten HSV rückt der dritte Platz wieder in Reichweite. Ich warne jedoch eindringlich davor diesen Sieg überzubewerten, wenngleich er auch in dieser Höhe absolut verdient war.

Die erste Halbzeit war alles andere als souverän, aber das war von der Mannschaft in einer solchen Situation auch kaum zu erwarten. Dennoch erschreckt es mich persönlich immer wieder, wie leicht sich unsere Mannschaft teilweise abkochen lässt. Marcel Reif hat das sicher richtig eingeschätzt, als er von einem „sehr labilen Gebilde“ sprach. Die beiden ersten Tore durch Arjen Robben fielen dann psychologisch gesehen glücklicherweise genau zum richtigen Zeitpunkt (40./47.). Und wenn es dann mal läuft, läuft es eben. (3€ ins Phrasenschwein) Nochmals Robben (55.), sowie Ribery (64./85.) und Müller (79.) stellten den Endstand gegen harmlose Hamburger her. Besonders Ribery hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich für ihn persönlich, dass er zwei wunderschöne Tore erzielen konnte. Gegen Inter Mailand steht uns jedoch nächsten Dienstag wieder ein völlig anderes Spiel bevor, wobei das gestern getankte Selbstvertrauen sicher Gold wert ist.

Was ich am Samstag neben dem Spiel interessant fand, waren die leeren Ränge auf der Südtribüne. Grund dafür waren anscheinend verschärfte Einlasskontrollen in den betreffenden Blöcken, da es in den vergangenen beiden Heimspielen in der Südkurve sehr voll war. Damit wollte man die gängige Praxis unterbinden Sitzplatzkartenbesitzer in die Kurve zu schleusen. Aus Protest gegen diese Maßnahme entschied sich die Schickeria dann anscheinend dazu, lieber in den Gängen hinter der Haupttribüne zu verweilen, was man auch deutlich im TV hören konnte. Am Montag soll es wohl ein Treffen zwischen dem Vorstand und Mitgliedern der Schickeria geben, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher was ich von der ganzen Sache halten soll. Ich tendiere aber dazu mich auf die Seite des Vereins zu schlagen. Ein derart überfüllter Block ist grundsätzlich ein Sicherheitsrisiko, sollte es zu einer Panik kommen. Zudem kam es in den vergangenen Spielen (v.a. auswärts) zunehmend zum Einsatz von Pyrotechnik und in einem überfüllten Block haben es Ordern und Polizei sicherlich schwerer einzugreifen und die Verursacher zu erkennen. Auch wenn dieses „Einschleusen“ anscheinend in den Stadien Gang und Gäbe ist und toleriert wird, muss man es ja noch nicht gutheißen. Das ist allerdings nur meine persönliche Einschätzung und ich bin gespannt, was der Gipfel zwischen Fans und Vorstand ergibt. Ich wünsche mir am Dienstag gegen Inter Mailand natürlich eine volle Südkurve, die den FC Bayern lauthals unterstützt und in die nächste Runde bringt.