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Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die Illusion deutscher Dominanz

Nachdem gestern mit Schalke 04 und Borussia Dortmund alle vier deutschen Vereine das Achtelfinale der Champions League erreicht hatten, sprach unter anderem Deutschlands Boulevard-Liebling Lothar Matthäus in der „Bild“ reflexartig von einer „dominanten Vorstellung“ der Bundesliga, die seiner Meinung nach „die beste Liga der Welt“ sei. Die mediale Begleitung des Sports (und insbesondere des Fußballs) führt damit nicht zum ersten Mal die geläufige sprachliche Bedeutung deutscher Worte ad absurdum. 

Dass Matthäus die Situation durch die rosarote deutsche Brille zu betrachten scheint, ist eigentlich nicht  verwunderlich. Dafür aber umso mehr die Tatsache, dass derartige Auswüchse in frustrierender Regelmäßigkeit unkommentiert nicht nur von Fans, sondern auch von Journalisten hingenommen und sogar übernommen werden. Jenen also, die eigentlich die Einordnung sportlicher Ereignisse als eine ihrer Kernkompetenzen erachten (sollten). Kurzzeitgedächtnis und Sprachverständnis kommen dabei aber scheinbar meistens nicht zum Einsatz.

Alles gewonnen - alles gut?

Solche journalistischen Unsauberkeiten mögen im Einzelfall zugegeben nicht tragisch sein und ich kann jeden verstehen, der mich einen Pedanten schimpft.  Es passt aber in das Bild der einfachen medialen Denkstrukturen und Kategorisierungen, die besonders im Sport vorherrschen. Alle gewonnen, also alles gut. Verloren, also alles schlecht. Dass sich die Situationen  meist wesentlich komplexer zusammensetzen? Schwamm drüber!

In diesem speziellen Fall ist die Einschätzung des Rekordnationalspielers so fatal falsch, dass wohl sogar Buddha Murat Yakin von seinem Sitz aufspringen würde. Eine internationale Dominanz oder Vorherrschaft der Bundesliga lässt sich – mit Ausnahme des FC Bayern (duh) – weder in den einzelnen Gruppen, noch im Gesamtbild beider Wettbewerbe erkennen.

Fünfjahreswertung als Licht der Wahrheit

Ein Blick auf die Fünfjahreswertung zeigt: von Dominanz ist die Bundesliga Lichtjahre entfernt. 12.285 Punkte sammelten die sieben internationalen Vertreter der Liga bisher. Damit liegt die Liga zwar klar vor den Konkurrenten auf den Plätzen vier bis sechs (Italien, Portugal, Frankreich), aber eben auch deutlich hinter den beiden Topligen Spanien (14.071) und England (13.142), das sogar noch alle sieben Teilnehmer im Wettbewerb hat.

Ja - mögen einige jetzt sagen - aber das liegt nur an den schwachen Freiburgern und dem (überraschend) frühen Ausscheiden des VfB Stuttgart. Diese Teams gehören aber ebenso zur Bundesliga. Davon unabhängig lässt aber selbst ein Blick alleine auf die Champions League die Seifenblase von der deutschen Dominanz zerplatzen.

Und was ist mit England?

Vier der 16 Achtelfinalisten kommen aus Deutschland. Das ist zweifelsohne eine erfreuliche wie beachtliche Leistung. England stellt jedoch ebenso vier Teilnehmer. Dazu holten die vier englischen Teams aber insgesamt sechs Punkte mehr (53) als die vier deutschen Vereine zusammen. 

Auch der direkte Vergleich spricht für die Engländer: Sechs der acht Duelle gegen die Bundesligisten gingen (teilweise deutlich) an die Teams von der Insel (Torverhältnis 21:9). Zur Erinnerung: Manchester United, das Leverkusen („Bester Zweiter aller Zeiten“) zweimal aus dem Stadion schoss, ist derzeit nur Neunter in der Premier League.

Dominanz der Topligen

Dazu kommen noch die Spanier, bei denen drei von vier Teams ihre Gruppe gewinnen konnten. Wenn überhaupt kann man also von einer Dominanz der drei Topligen sprechen, die nun elf der 16 Achtelfinalklubs stellen.

Da diese Fakten aber scheinbar nicht in eine "Bild"-Kolumne oder einen Dreiminüter passen, müssen mitdenkende Zuschauer wohl weiter mit der „Dominanz-Debatte“ vorlieb nehmen. Zumindest bis zum Achtelfinale, wo dann nahtlos in die „Endzeit-Debatte“ übergegangen werden kann.

Lieber ist mir persönlich aber in diesem Fall die ehrliche Rhetorik von Jürgen Klopp, der nach dem entscheidenden Sieg des BVB Mitgefühl für die mit 12 Punkten ausgeschiedenen Neapolitaner zeigte und zugab: „Wir sind Gruppensieger, weil wir auf unsere schlechten Momente gut reagiert haben.“ Eine durchweg realistische Einschätzung in 5 Sekunden. Geht doch.



Sonntag, 26. Mai 2013

Bayern krönt sich gegen Dortmund oder Das Schicksal ist konsequent

Der FC Bayern hat seine bis hierhin perfekte Saison gekrönt und ist Champions-League-Sieger 2013. Noch beschissener kann man diesen Blogbeitrag nicht beginnen, aber es fehlen mir schlicht die Worte, das gestern Erlebte adäquat einzuleiten.

Ich habe das große Glück, Fan einer Mannschaft zu sein, die in dieser Saison die Fähigkeiten und den Willen hat, ihre Beobachter wieder und wieder in Staunen zu versetzen. Der Triumph einer Mannschaft hat sich wohl selten so deutlich angekündigt wie dieser.

Borussia Dortmund hat es uns aber nicht leicht gemacht im Finale. Die erste halbe Stunde war es die schwarzgelbe Borussia, die uns mit ihrem mittlerweile berühmten Pressing den Wind aus den Segeln nahm und durchaus hätte in Führung gehen können. Taten sie aber nicht.

Wir befreiten uns und profitierten sicherlich davon, dass den BVB nach und nach die Kräfte verliesen. Nach 30 Minuten war die größte Drangphase vorbei, waren wir im Spiel. Nach der Halbzeit waren wir dann so dominant, wie ich es mir bereits vor dem Finale erhofft hatte.

Ich muss zugeben, ich habe den BVB unterschätzt. Es stimmt, dass es derzeit wohl keine andere Mannschaft auf der Welt schafft, uns an den Rande einer Niederlage zu bringen. Die erste halbe Stunde in Wembley war keine schlechte Leistung unsererseits, es war eine Konsequenz aus dem starken Spiel Dortmunds.

Und trotzdem sind wir am Ende der hochverdiente Sieger. Es war kein Glück, es war anhand des Spiels der wahrscheinlichste Ausgang.

Ja, es ist korrekt, Dante hätte bei seinem klaren Foul an Reus auch vom Platz fliegen können. Es ist aber auch Teil der Wahrheit, dass die erste Verwarnung für den Brasilianer nicht wirklich zwingend notwendig war.

Rizzoli bewies in dieser Situation Fingerspitzengefühl, wollte die vielzitierte "doppelte Bestrafung" in einem derart wichtigen Spiel nicht zu einem entscheidenden Faktor machen. Was ich nachvollziehbar und richtig finde, ebenso jedoch objektiv genug bin, zu erkennen, dass dies möglicherweise meiner rotweißen Vereinsbrille geschuldet ist.

Letztlich kann ich in diesem Spiel die Aufregung um den Schiedsrichter nicht nachvollziehen. Rizzoli hat für mich das getan, was der Leitsatz eines jeden Schiedsrichters in einem derart wichtigen Spiel sein sollte: das Spiel sauber halten, das ahnden, was geahndet werden muss und ansonsten zu versuchen, das Spielgeschehen nicht maßgeblich durch die eigenen Entscheidungen zu beeinflussen. Mit seiner ruhigen und guten Körpersprache trug er dazu bei, das Spiel ganz ohne viel Zutun unter Kontrolle zu halten.

Deshalb war es aus meiner Sicht auch richtig, Ribery nicht vom Platz zu stellen, wenngleich sich der Franzose mit seiner Dummheit gegen Lewandowski wieder einmal beinahe um den verdienten Lohn der in dieser Saison verrichteten Arbeit gebracht hätte.

Auf einer Skala von Losreißen bis Ellenbogenschlag verorte ich die Bewegung jedoch eher bei Ersterem und so sah es wohl Rizolli auch.

Apropos Lewandowski: Was sich unser (vielleicht) zukünftiger Stürmer gegen Boateng leistete, war für mich die hässlichste Szene des Abends (dahinter folgen Ribery und Boateng mit seiner Racheaktion gegen Subotic). Rizzoli und seine Assistenten haben die Szene wohl nicht gesehen, für die Bewertung des Tritts hätte es sonst keinen Spielraum gegeben.

Beide Mannschaften taten dem Italiener den Gefallen, sich vorrangig auf ihre spielerischen Mittel zu verlassen. Die Partie war umkämpft und höchst intensiv, dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt überhart oder gar unfair (,die bereits angesprochenen Blackouts ausgenommen). Wann hat man das zum letzten Mal beispielweise in einem Clasico gesehen.

Dies ist sicher auch ein Verdienst der beiden Trainer und ein Ausdruck des Respekts, den beide Teams und deren Spieler voreinander haben. Jede Seite erkennt das vom Anderen Geleistete an und versucht den Vergleich sportlich zu entscheiden. Das kann man nicht hoch genug bewerten, wenn man bedenkt, was in diesem Finale alles auf dem Spiel stand.

Beste Bayern waren für mich Neuer, Martinez und Boateng. Dazu Robben in Hälfte zwei. Boateng gewann fast alle seine Zweikämpfe und war Hauptverantwortlicher auf Seiten der Bayern dafür, dass Lewandowski bis auf zwei Situationen in der ersten Halbzeit praktisch nicht stattfand. (Mir ist schleierhaft, wie man die Leistung des Nationalspielers als ernsthaftes Sportsportal mit einer 4 bewerten kann. Erklären kann ich mir das nur mit grundlegenden Ressentiments gegen die Spielweise Boatengs.) An diesem Tag war er gegenüber Dante der deutlich bessere Innenverteidiger.

Es ist schwer Enttäuschungen zu benennen an diesem Tag. Ich lehne mich jedoch, so denke ich, nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich den Herren Lahm, Schweinsteiger und Müller nicht gerade ihren besten Tag attestiere.

Auch Mario Mandzukic wirkte trotz seines Tores lange Zeit wie ein Fremdkörper im Spiel der Bayern. Lahm fiel vor allem in der dominanten Dortmunder Anfangsphase durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Fehlpässen auf, die in zwei Fällen jeweils Großchancen des BVB ermöglichten.

Schweinsteiger war, ebenso wie Bender auf der anderen Seite, lange Zeit praktisch unsichtbar. Da ist es von Vorteil, dass wir mittlerweile noch einen defensiven Mittelfeldspieler von absoluter Weltklasse in unseren Reihen haben. Javi Martinez war es, der nach 25 Minuten begann, das Zepter im Mittelfeld an sich zu reissen.

Wenn der Spanier weiter solche Spiele abliefert, müssen sich nicht nur die Gegner der Bayern warm anziehen. Auch Xabi Alonso und Sergio Busquets dürften am Samstag eine unruhige Nacht gehabt haben, nachdem sie gesehen hatten, wie ihr Konkurrent in der Nationalmannschaft die Dortmunder Offensivspieler reihenweise abkochte.

Sicherlich ein Highlight, wie Martinez in der 36. Minute zuerst Marco Reus am eigenen Strafraum den Ball abluchste und anschließend von Reus und Kuba bedrängt, mit einem Hackentrick die beiden Dortmunder ins Leere laufen ließ. Dass Martinez dann mit einem Pass auf Schweinsteiger  auch noch einen vielversprechenden Konter einleitete, war das Sahnehäubchen der in Sekunden komprimiert präsentierten Genialität des Spaniers.

Manuel Neuer natürlich nicht zu vergessen! Während seine Kollegen eine gute halbe Stunde benötigten, um sich in dieses Finale hineinzuspielen, hatte Neuer bereits mit 37 verschiedenen Körperteilen den Rückstand verhindert. Ob per Fußreflex gegen Kuba, im Eins gegen Eins mit vollem Körpereinsatz gegen Lewandowski oder klassisch per Hand gegen Bender und Reus. Bezeichnend, dass ein Elfmeter herhalten musste, um den besten Torwart an diesem Abend zu überwinden.

Und dieser Titel war nicht leicht zu erringen, da auch sein Gegenüber, Roman Weidenfeller, mehrmals seine Klasse auf der Linie demonstrieren durfte.

Letztlich endete das Spiel, wie es sich Arjen Robben wohl seit einem Jahr jeden Abend vor dem Einschlafen herbeigeredet hatte. Der Mann für die großen Spiele entschied wieder einmal ein großes Spiel, vielleicht das größte überhaupt in seiner Karriere. Wie gegen Manchester, wie gegen Neapel 2010, aber eben auch wie gegen Borussia Dortmund und den FC Chelsea 2012 war es eine Aktion Robbens, die am Ende über Sieg oder Niederlage entschied.

Das Schicksal ist eben konsequent.



Dienstag, 23. April 2013

Mario Götze - Nuff' Said

Ich bin immer noch ein wenig sprachlos. Der FC Bayern hat den wohl vielversprechendsten deutschen Nachwuchsspieler verpflichtet. Mario Götze wechselt zur kommenden Saison vom Rivalen Borussia Dortmund nach München und hat bereits einen langfristigen Vertrag unterschrieben.

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, der für den FC Bayern kaum günstiger, für den BVB jedoch schlechter kaum sein könnte. Jürgen Klopp zeigte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in der Tat wenig begeistert.

Zeitpunkt schlecht für den BVB, furchtbar für Götze

Für die Bayern dagegen liefert die geplatzte Transferbombe die angenehme Chance von der bedauerlichen Schlammschlacht um die Steuerprobleme von Präsident Uli Hoeneß abzulenken. Aber stecken wirklich die Bayern hinter der Meldung? Haben sie die Veröffentlichung sogar möglicherweise lanciert, um den BVB zu schwächen?

Ich glaube es nicht. Fan-Paranoia lässt grüßen.

Schließlich schadet Mario Götze der Zeitpunkt der Veröffentlichung wesentlich mehr als dem BVB. Auch Jürgen Klopp schloss aus, dass der FC Bayern hinter der Veröffentlichung der Meldung steckt.

Nutznießer Real Madrid, nicht FC Bayern

Viel mehr nützt Real Madrid der Rummel um den möglicherweise besten Spieler des Gegners. Man wird es wohl nie erfahren. Klopp und Watzke machten jedoch beide deutlich aus welcher Ecke sie die Störfeuer vermuten.

Die Reaktionen auf Facebook legen nahe, dass es für Götze möglicherweise kein leichter Gang wird. Zugegeben die Kommentierer repräsentieren eher den Bodensatz der BVB-Fans.

Klopps Appell an die Fans des BVB

Trotzdem sah sich Jürgen Klopp genötigt an die Fans zu appellieren. Er tat dies auf bemerkenswerte Weise. Er hob hervor, dass sich Götze absolut korrekt verhalten habe und zeigte auf, dass der Wechsel von Marco Reus zum BVB im Prinzip identisch ablief.

Auch interessant ist die Doppelmoral auf Seiten der BVB-Fans: Als vergangene Woche der Wechsel von Felipe Santana zum FC Schalke kolportiert wurde, war ein Großteil der Fans recht gnädig mit dem Verteidiger.

Doppelmoral bei Santana

Bei Götze ist ein Wechsel zu einem großen Rivalen dann auf einmal Hochverrat. Ich zitiere mich selbst: "Doppelmoral ich hör dir tapsen."

Man kann nur hoffen, dass die entsprechenden Personen Klopps Aufruf folgen und ihre Karte noch vor dem morgigen Spiel an den reflektierteren und loyaleren Teil der BVB-Fans abtreten.

Götze war Guardiolas Wunschspieler

Laut Klopps Aussagen war Götze der absolute Wunschspieler von Pep Guardiola. Damit sind auch sämtliche  - aus meiner Sicht wenig intelligente - Spekulationen um monetäre Grundlagen für den Wechsel aus Sicht Götzes erledigt.

Sky-Kommentator Uli Köhler traf den Nagel auf den Kopf: Ob ein Mario Götze in den nächsten 15 Jahren 80 oder 90 Millionen Euro verdient, macht für ihn keinen Unterschied.

Ebenso erledigt hat sich mit Klopps deutlichen Aussagen hoffentlich die leidige Diskussion um die Praxis der Bayern, Konkurrenten gerne "kaputt zu kaufen".

Bayern leistet sich ein 37-Millionen-Schnäppchen  

Für den FC Bayern macht der Transfer auch abseits von Guardiola absolut Sinn. Man verfolgt weiter konsequent den Plan, sich in der Breite und in der Spitze qualitativ zu verstärken. Götze passt dazu perfekt in das von Matthias Sammer formulierte Credo, verstärkt auf  junge deutsche Nationalspieler zu setzen.

Für eine feste Ablösesumme von 37 Millionen ist Götze zudem ein absolutes Schnäppchen. Sein Marktwert liegt bei über 40 Millionen Euro, jeder Topverein in Europa hat sich angeblich bereits um die Dienste des Rohdiamanten bemüht.

Wir spielen immer noch Fußball

Stammtischparolen-Brüller wird das freilich nicht von ihrer vorgefertigten Meinung abbringen. Ich bezweifele jedoch auch, dass sie bis hierhin gelesen haben.

Ach ja, Fußball gespielt wird diese Woche auch noch. Selten rückte ein Spiel gegen den FC Barcelona derartig in den Hintergrund.

Spätestens heute Abend um 20.45 zählt jedoch nur noch das Geschehen auf dem Platz. Und darauf freue ich mich mindestens so sehr wie auf Mario Götze.


Michael Stricz

Donnerstag, 22. November 2012

Schatz, wir müssen reden...

"Das Achtelfinale erreichen - egal wie." So lautete der fromme Wunsch von Uli Hoeneß vor dem Spiel der Bayern in Valencia. Und sein Wunsch wurde erhört. Egal sollte es den Bayern aber trotzdem nicht sein, wie sie sich in Valencia gegen eine lange in Unterzahl spielende Mannschaft quälten. Es war nicht das erste Spiel in den vergangenen Wochen, in dem die Bayern nicht gut aussahen.

Alle drei deutschen Vereine stehen seit gestern im Achtelfinale der Champions League, pure Freude herrscht dabei aber nur bei Borussia Dortmund, deren Formkurve seit Wochen steil nach oben zeigt und die vorallem in der Champios League spielerisch überzeugend agierten. Gegen Amsterdam zeigte der BVB, dass er die Naivität der vergangenen beiden Saison abgelegt hat und auch clever und abgezockt siegen kann.

Tristesse trotz Achtelfinaleinzug

Bei den Bayern dagegen herrscht dagegen schon fast Tristesse. Aber warum eigentlich? Sind es die Erinnerungen an den vergangenen November, die Verantwortliche und Umfeld so nervös werden lassen? So wirklich rational erklären lässt sich die schlechte Stimmung nämlich nicht.

Ein 1:1 in Valencia ist kein Beinbruch, wie Jupp Heynckes zu Recht bemerkte. Zudem steht man wie gesagt bereits sicher im Achtelinale und kann mit einem Heimsieg am letzten Gruppenspieltag gegen BATE Borrisow aus eigener Kraft den Gruppensieg unter Dach und Fach bringen.

Ein Kantersieg war jedoch auch nicht zu erwarten. Erstens ist Valencia nicht so schlecht, wie es einen die Medien im Vorfeld gerne glauben machen möchten (siehe das Interview von Christian Ortlepp mit Uli Hoeneß am Spieltag) und zweitens hat der FC Bayern in dieser Saison lediglich zu Hause überzeugt.

Der Mainstream feiert nur Sieger

Die Reaktionen zeigen jedoch einmal mehr, dass sich Art und Ton der Situationsbetrachtung im Fußball - und insbesondere bei den Bayern - nach den Ergebnissen richten. Negative Aspekte werden, solange der Erfolg stimmt, medial ausgeblendet. Ich habe - und damit stellvertretend für viele abseits des Mainstreams - auf die wenig überzeugenden Leistungen in der Liga hingewiesen und darauf, dass oft nur Kleinigkeiten dafür verantwortlich sind, wer am Ende den Platz als Verlierer oder Gewinner verlässt.

Nach den beiden Unentschieden gegen Nürnberg und Valencia richtet sich nun auch das mediale Spotlight auf die Tatsache, dass nicht alles rund ist was rund scheint beim Rekordmeister. Über die Gründe wird sich jedoch meist ausgeschwiegen - ich hoffe intern ist das anders.

Wo liegen die Gründe für die maue Vorstellung in Valencia? Nach dem Ergebnis des Spiels zwischen BATE und Lille standen beide Teams schon vor dem Anpfiff als Achtelfinalteilnehmer fest. Gut möglich, dass den Bayern dadurch der letzte Funken Motivation gefehlt hat. Mein Einschätzung (die ich weiterhin vertrete), dass sich die Bayern am Samstag gegen Nürnberg für dieses Spiel geschont haben, wird dadurch nicht entkräftigt, weil die Ausgangslage zum Zeitpunkt des Nürnberg-Spiels eine wesentlich kritischere und der Sieg Lilles nicht absehbar war.

Bayern nutzen Überzahl erneut nicht aus

Was jedoch nicht so einfach zu erklären ist, ist wieso es den Bayern zum zweiten Mal in Folge nicht gelang eine zahlenmäßige Überlegenheit in Tore - oder zumindest nicht Gegentore - umzumünzen. Gegen Nürnberg spielte man rund 20 Minuten in Überzahl, gegen Valencia sogar über eine Stunde. Der Ertrag dabei war beide Male mager.

Gegen Nürnberg konnte man es noch dadurch erklären, dass sich die Franken nach dem Platzverweis dem Spiel verweigerten und nur noch defensiv agierten. Gegen Valencia änderte sich an der Ausrichtung des Gegners jedoch wenig, weil die Spanier von Anfang an auf ihre Konterstärke setzten.

Hirnlose Hereingaben und elende Eckbälle

Problem, die ich bereits seit Wochen im Spiel der Bayern sehe, traten auch im Spiel gegen Valencia wieder deutlich ans Licht. Die Hereingaben sind größtenteils völlig planlos. Es ist nicht zu erkennen, dass dem Ablauf dieser Situationen irgendein trainierter Ablauf innewohnt. Meine Hoffnungen liegen in dieser Sache auf der Rückkehr von Mario Gomez.

Gomez scheint im Vergleich zu Mario Mandzukic der bessere Verwerter für die flachen Hereingaben - vorallem auf den kurzen Pfosten - zu sein. Diese Saison haben wir kaum Tore nach diesem Schema erzielt. Beinahe bezeichnend, dass ausgerechnet Gomez der Vorbereiter des Ausgleich war. Nach einer halbhohen Hereingabe.

Erneut müssen hier auch die Eckbälle angesprochen werden: Jeder Ecke brachte Gefahr - nur leider nicht für das Tor der Spanier. Zwei Szenen fand ich dabei bemerkenswert: In der ersten täuscht Toni Kroos erst die Ausführung der Ecke an und verzögert dann so lange bis alle Bayernspieler in der Mitte wieder stehen. Anschließend beschwerte sich Dante lauthalts.

Die zweite Szene nach rund einer Stunde: Schweinsteiger führt die Ecke kurz aus und spielt David Alaba an, der sich an der Strafraumkante anbietet. Alle Bayernspieler sind bereits wieder aus der Bewegung. Alaba wartet gefühlte 10 Sekunden mit dem Ball am Fuß auf eine Option, bevor er den Ball dann zurück an die Mittellinie zu Philipp Lahm spielt. Es sind Szenen, die den Verdacht in mir nähren, dass der FC Bayern trotz seiner zahlreichen kopfballstarken Spieler keinerlei Konzept für die Eckbälle zu haben scheint.

Mangel an Distanzschüssen

Ebenso unverständlich ist für mich der Mangel an Abschlüssen aus der Distanz. In den ersten Spielen haben wir so zahlreiche gefährliche Situationen und Tore heraufbeschworen. Gegen Valencia kam man regelmäßig in gute Schusspositionen, aber der erste Distanzschuss war erst in der 85. Minute zu verzeichnen. Unverständlich.

Nochmal: Nicht das Ergebnis des Spiels ist dabei das Problem - den vorzeitigen Gruppensieg hat man nicht in Valencia sondern in Borissow verspielt - sondern die Tatsache, dass es durch Missstände zustande kommt, die sich bereits seit einigen Spielen ständig wiederholen.

Ich bin aber Realist und weiß, dass eine Mannschaft nicht 50 Spiele auf dem höchsten Niveau spielen kann. Nicht jedes Spiel ist ein Fest und das muss es auch nicht sein.

Ich  gehe also mit Uli Hoeneß und bin zufrieden, dass das Achtelfinale "egal wie" erreicht wurde.


Michael Stricz


Samstag, 6. Oktober 2012

Harmlose Hoffenheimer und Betriebsunfall gegen BATE

Der Mann der Woche beim FC Bayern heißt ohne Zweifel Franck Ribery. Zunächst sein erstes Saisontor gegen BATE Borissow und anschließend sorgte er am Wochenende für den ungefährdeten Sieg gegen Hoffenheim. 

Mit seinen Bundesliga-Treffern 44 und 45 überholte König Franck sogar den Kaiser höchstpersönlich. Dessen Groll darüber wird sich aber in Grenzen halten, sorgte der Franzose doch dafür, dass das 1:3 unter der Woche erst einmal keine weiteren Wellen schlagen wird.

König Franck überholt den Kaiser

Gegen Hoffenheim präsentierten sich die unter der Woche kritisierten Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger mit starken Leistungen. Schweinsteiger (111) und Kroos (94) hatten die meisten Ballkontakte auf dem Feld und lenkten das Spiel im Mittelfeld, während sich Javi Martínez vor allem der Absicherung der beiden widmete.

Kroos hatte außerdem nach Ribery die meisten Torschüsse, bereitete zudem das 2-0 vor, als er selbst zunächst ein Luftloch fabrizierte, aber dann schnell schaltete und den Franzosen bediente. 

Kroos und Schweinsteiger dominieren harmlose Hoffenheimer

Martínez zeigte die eine oder andere Unsicherheit, gewann aber die meisten Zweikämpfe aller Akteure (19). Kurz vor Schluss verpasste er nur knapp das 3-0. Dass er sich danach am Pfosten abreagierte, zeigt wie sehr sich Martínez unter Druck setzt.

21 Punkte und alles wieder in Butter also? Aber gab es überhaupt Probleme? Ja, durchaus.

Die Presse stürzte sich nach dem 1:3 bei BATE ja mit Wonne auf den vermeintlichen Zwist zwischen Matthias Sammer und Jupp Heynckes. Dabei gab es eigentlich sehr viel mehr über das Spiel zu sprechen, denn da zeigte der FC Bayern so einige Schwächen.

BATE Borrisow nutzt die FCB-Schwächen eiskalt aus

Schwache Außenverteidiger. Schwache Chancenverwertung. Schlechtes Umschaltspiel in die Defensive und dazu ein Gegner, der taktisch hervorragend eingestellt und bissig genug war, um diese Schwächen eiskalt auszunutzen.

Die Niederlage war für mich nicht unglücklich, sondern folgerichtig.

Bis auf das Spiel gegen Fürth hat Bayern für mich bisher in keinem Auswärtsspiel wirklich überzeugt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Gegner kommt, der gut genug ist die Schwächen des FC Bayern auszunutzen.

Die Spieler nehmen die Champions League ernst - nicht erst jetzt

Diese Niederlage ist jedoch kein Weltuntergang. Und auch kein Hallo-Wach-Erlebnis. Auch wenn der FC Bayern teilweise schon ins Achtelfinale geschrieben wurde - zumal nach dem Auftaktsieg gegen Valencia - ist das immernoch die Champions League. Da muss man jeden Gegner ernst nehmen und ich denke das tut man beim FC Bayern.

Jetzt hoffe ich, dass sich unsere Verletzten (David Alaba, Mario Gomez, Arjen Robben) in der Länderspielpause erholen und wir anschließend da weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Vor allem auf die Rückkehr von David Alaba freue ich mich persönlich sehr.

Die Länderspielpause kommt gerade recht für Alaba und Gomez

Holger Badstuber in Ehren, aber man sieht ihm derzeit an, dass er sich selbst nicht als Außenverteidiger sieht. Borissow ausgenommen macht er zwar nicht viele Fehler, aber ein Alaba setzt sicher deutlich mehr offensive Akzente undmacht damit Ribery vielleicht noch ein Stück besser.

Wer mir übrigens gegen Hoffenheim garnicht gefallen hat: Mario Mandzukic. Nicht nur, dass er Thomas Müller in Häflte eins ummähte. Der Kroate wirkte in den letzten Spielen wie ein Fremdkörper im Angriff und längst nicht mehr so lauffreudig wie zu Beginn der Saison.

Die genaue Rückkehr von Mario Gomez steht zwar noch in den Sternen, aber ich freue mich schon jetzt, wenn unser bester Torschütze der letzten Saison wieder eingreifen kann.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Rekorde interessieren mich nicht

Is' so.

An der Säbenerstraße sieht man das ähnlich.

Startrekord eingestellt. Torrekord aufgestellt. Bester Saisonstart aller Zeiten. Interessiert mich nicht. Vielleicht sogar der beste FC Bayern aller Zeiten. Aber wie misst man das überhaupt?

Rekorde sind für'n Arsch. Nichts wert. Vergänglich. Die Halbwertszeit von Rekorden in der heutigen Zeit ist in den meisten Sportarten auf wenige Monate zusammengeschrumpft. Rekorde für die Ewigkeit? Vielleicht in der Schreibe sensationslüsterner Journalisten.

Auch letzte Saison haben in der Hinrunde alle über Rekorde geschrieben. Gegentor-Rekord in Reichweite. Möglicherweise die beste Bayern-Hinrunde aller Zeiten. Beste Saison aller Zeiten vielleicht sogar. Was ist am Ende davon übriggeblieben? Richtig, nichts.

Rekorde sind vergänglich.

Es gibt nur wenige, über die heute noch gesprochen wird. Und auch das meist nur dann, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Rekord gebrochen wird. Die Jagd nach Rekorden, ein schönes Medienthema.

Aber der FC Bayern jagt nicht Rekorde, der FC Bayern jagt Titel. Nicht Rekorde machen große Mannschaften unsterblich, sondern die Titel, die sie gewinnen.

Wen interessiert am Ende der Saison noch, wie der FC Bayern am 6. Spieltag in Bremen gespielt hat. Ob es ein schönes Spiel war. Ob es ein verdienter Sieg war. Richtig, niemanden.

Was zählt sind Siege. Was zählt sind Punkte. Was zählt sind Titel.

Dieses Jahr ist nicht die "Road to Munich" das Ziel. Und auch nicht die "Road to London". Es sind Titel.

Und Rekorde und Titel - das eint die beiden Dinge - erreicht man nur langsam und Schritt für Schritt.

In diesem Sinne. Auf nach Borissow.

Mittwoch, 28. September 2011

Bayern - Manchester City: Der Twitter-Spielfilm

Heute im Twitter-Spielfilm: Hoffen vor dem Anpfiff, jede Menge Pessimismus und schlechtes Karma, Dzeko deckt Lahm und eine Prise Euphorie.



redrobbery Red Robbery
The following tweet is an act of desperation, a try to change our fate.

redrobbery Red Robbery
DANIEL VAN BUYTEN WILL PLAY A BRILLIANT MATCH.

zarl Carl Kersten
Der erste richtige Gegner - jetzt echt ma! Auf geht's, ihr #Roten #FCB #fcbayern

baziblogger Andi
Man, derart aufgeregt war ich bei einem Spiel in der Gruppenphase wohl noch nie. Auf ein tolles Spiel für die Bayern. #fcb

flinsi Frank Lapidus
Gibt's in Stadelheim Sky?

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Fazit nach 12 Min: Dickes Brett.

babaphil Philipp Kurios
Ich sags nur ungern, aber ich habn schlechtes Gefühl. #fcb #mancity

babaphil Philipp Kurios
Dzeko is gut drauf... (Boris Becker tweet) <-- den er anscheinend wieder gelöscht hat^^ baziblogger Andi
Na, Herr Kroos, leicht überfordert?

helmi Frank Helmschrott
unfassbares gemecker bei twitter und von reif. Unterlegen zu sein scheint ein Verbrechen als #fcb Fehler sind nicht erlaubt.

PatschBella Isabella Donnerhall
SCHNUUUUUUUUUUUUUUUUCKI! #fcb #cl

spox SPOX Redaktion
Mario Gomez. Manchmal wie ein Stein im Kieswerk, dann wieder wie ein Glas Wasser in der Sahara. 1:0. #fcb

helmi Frank Helmschrott
Hündchenstellung anyone #dzeko

PatschBella Isabella Donnerhall
*luftholen* SCHNUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUCKIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!! #cl #fcb

spox SPOX Redaktion
Mario Gomez. Die Schachtel Pralinen unter den Stürmern. #fcb #cl

flinsi Frank Lapidus

Aber die eigentliche Frage: Welches Spiel glotzt eigentlich der Reif?

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Heynckes reagiert auf Citys Wechsel und bringt McInally für Kroos.

helmi Frank Helmschrott
Beeindruckende Spielkontrolle bisher in HZ2 #fcb

baziblogger Andi

Also ergibt sich jetzt auch Manchester City vor den Bayern. War immerhin eine Zeit lang sowas wie ein Gegner. Mia san mia! ;-)

schommr c.
Wie #ManCity keinen Bock mehr hat. #fcb #cl

helmi Frank Helmschrott
Sitze mit meinem Weißbier auf der Couch und applaudiere. #fcb

agitpopblog Baron von Agitpop
Wer ist dieser Mann? Und warum darf er den Ball in die Hand nehmen? #fcb

FCBayernLive FCBayern Live
That’s the end !! Bayern won 2-0 Against Manchester City ! Incredible team performance ! Thank you men !

GrantWahl Grant Wahl
So maybe Manchester isn't the center of the fútbol universe after all?

saebenerstr Fabian W.
Meine Fresse hatten wir die im Griff. Komm mir keiner mit "die starken Gegner kommen erst noch".

Arne1904 Arne Arps
Ich dachte, die Leute gehen zum Fußball, weil man vorher nie weiß, wie es ausgeht. Aber warum gehen dann so viele zum FC Bayern?

voegi79 Patrick Völkner
Ich euphorisiere mal ein bisschen: Der beste September der Vereinsgeschichte. #FCB

"Die richtigen Gegner kommen erst noch."

Wochenlang, schon gibt es einen Satz, den sich der FC Bayern und seine Fans in regelmäßigen Abständen anhören müssen: „Die richtigen Gegner kommen erst noch.“

5:0 gegen den HSV oder 7:0 gegen Freiburg. „Die richtigen Gegner kommen erst noch.“

Zwei souveräne Auswärtserfolge gegen Kaiserslautern und den FC Schalke. „Die richtigen Gegner kommen erst noch.“

Ein gelungener Start in die Champions League. 2:0 gegen ein überfordertes Villareal. „Die richtigen Gegner kommen erst noch.“

Diese Woche war es dann endlich soweit, der FC Bayern empfing in der heimischen Arena zunächst Bayer 04 Leverkusen, selbsternannter Titelfavorit in der Bundesliga, und mit Manchester City war der Zweite der Premier League in München zu Gast. Die Bilanz dieser Spitzenspiele: Sechs Punkte, 5:0 Tore und die sich langsam durchsetzende Erkenntnis: Es liegt nicht an den Gegnern, wir sind derzeit wirklich so gut.

Mit dem Heimsieg gegen Leverkusen hatte wohl fast jeder gerechnet. Leverkusen in München, das war selbst, wenn es mal nicht so lief, meistens eine sichere Sache für die Münchner. Auch dieses Mal ergaben sich die Leverkusener schnell ihrem Schicksal.

Gut für uns, denn so konnte die Mannschaft, um den einmal mehr groß aufspielenden Ribery, bereits nach 50 Minuten mit dem Auslaufen beginnen, um sich für das Spiel am Dienstag zu schonen. Arrogant? Mitnichten. Was soll schon groß passieren, wenn der Gegner bereits nach einer guten halben Stunde das Fußballspielen einstellt. Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch es muss.

Auch Manchester City zeigte nur eine knappe halbe Stunde, zu was die Mannschaft in der Lage ist, bevor die Münchener dann mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel übernahmen. Zugegeben: Wenn der Schiedsrichter die beiden berechtigen Elfmeter für City pfeift geht das Spiel vielleicht anders aus. (Übrigens wieder Mal ein Spiel, bei dem man sich fragen muss, wozu es eigentlich diese Torrichter gibt, wenn sie solche klaren Dinger aus fünf Meter Entfernung bei absolut freier Sicht nicht erkennen) Aber es kam eben nicht so. Und schließlich hat ja niemand den Gästen verboten länger als 30 Minuten guten Fußball zu spielen.

Die Großchance für Schweinsteiger war dann der Weckruf für die Bayern. Was schon bei Ivan Drago galt, traf an diesem Abend auch auf den Gegner Manchester City zu: „Du musst ihm zeigen, dass du ihm wehtun kannst!“ Ab diesem Moment war der FC Bayern ganz klar Chef im Ring. Vorne stand Gomez zweimal genau da, wo ein Stürmer stehen muss, hinten ließen die Münchener trotz des Ausfalls von Holger Badstuber fast nichts mehr zu. Dzeko und Aguero blieben über weite Strecken des Spiels blass und Carlos Tevez hatte erst gar keine Lust ins Spielgeschehen einzugreifen. Verständlich, denn derzeit muss es wirklich mehr als frustrierend sein gegen uns anzutreten.

Was ist also das Fazit dieser Frühphase der Saison?

Erstens: Es ist die Frühphase der Saison. Nichts ist gewonnen, nichts ist verloren. Die Saison geht noch lang. (Überlege mir ein Trinkspiel einzuführen, bei dem man jedes Mal trinken muss, wenn ein Bayernspieler diesen Satz nach dem Spiel sagt – holy crap, that would be fun.)

Zweitens: Platz eins in der Liga, 18 Punkte, 21:1 Tore. Zwei deutliche Siege zum Auftakt in der Champions League und noch kein Gegentor im internationalen Wettbewerb, dazu stehen wir im Achtelfinale des DFB-Pokals. (DUh?!)

Drittens: Wir spielen – die beiden Spiele gegen Gladbach und Wolfsburg ausgeklammert – sehr guten und konzentrierten Fußball.

Soweit zum Stand der Dinge. Eine Frage bleibt dabei jedoch.
Wer sind diese ominösen „richtigen Gegner“ von denen alle immer sprechen? Und wie viele gibt es davon, wenn der FC Bayern so weiterspielt? Ist es vielleicht der SSC Neapel? Zugegeben ich bin durchaus überrascht davon, wie die Italiener bisher aufgetreten sind in dieser Saison. Vor allem auf Marek Hamsik oder - wie ich ihn nenne - Christian Lell mit Iro sollte man höllisch aufpassen.

Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir die nächsten Hürden auch nehmen werden. Die Mannschaft wirkt stabil und es scheint im Moment einfach alles zu stimmen.
Vielleicht gibt es derzeit nur eine Mannschaft in Europa, die uns schlagen kann.
Aus dem letzten Jahr wissen wir alle jedoch noch zu gut, dass man auch gegen schlechtere Gegner verlieren kann. Allein der Glaube daran fehlt mir.

Bitte genau so weitermachen!

Donnerstag, 15. September 2011

Die Bayern in Villareal: Schritt eins nach München.

Zugegeben, derzeit fällt es mir wirklich schwer nicht euphorisch zu werden. Auch gestern zeigten unsere Bayern wieder eine absolut überzeugende Leistung gegen die gelben U-Boote aus Villareal. Klar war auch das nicht Barcelona oder Manchester United, aber dritter in Spanien wird man auch nicht mal eben im Vorbeigehen.

Das Spiel hatte meiner Meinung nach zwei Stars an diesem Abend, die aus einer durchweg guten Mannschaft herausragten. Der eine ist ziemlich offensichtlich: Toni Kroos. Von vielen schon als ewiges Talent verschrien zeigte er gestern und auch bereits am Samstag, dass er vor allem eines braucht: Vertrauen. (Und die Rolle hinter den Spitzen.) Derzeit ist es eine wahre Freude ihm zuzusehen. Die Präzision und die Übersicht mit der er die Bälle verteilt, die Spielintelligenz und seine Torabschlüsse nähern sich immer mehr dem an, was ich aus Leverkusener Zeiten lange vermisst hab. Nach der tollen Leistung von Samstag hatte ich (wie auf Twitter nachzulesen) bereits ein sehr gutes Gefühl vor dem Spiel und Toni hat mich diesmal nicht hängen lassen. Das Zuspiel von Ribery verwertete er mustergültig zur frühen Führung für die Bayern.


Der zweite herausragende Spieler am gestrigen Tag findet sich nicht auf vielen Zetteln wieder: Holger Badstuber. Der Youngster gewann gestern gefühlte 100% seiner Zweikämpfe und strahlt derzeit wieder die Sicherheit aus, die ihn vorletzte Saison in die Nationalmannschaft gebracht hat. Ruhig und präzise im Spielaufbau, unaufgeregt selbst in Bedrängnis (wie übrigens alle Münchener derzeit) und dazu hellwach und abgeklärt in den direkten Duellen gegen Rossi oder Nilmar – eine rundum überzeugende Vorstellung.


Damit das Ganze nicht falsch verstanden wird: Es war kein berauschendes Spiel wie gegen Freiburg oder Hamburg, aber das haben auch nur Menschen erwartet, denen nicht ganz klar ist, was Champions League bedeutet. Aber der FCB kontrollierte das Spiel absolut und ließ wieder einmal in 90 Minuten nur zwei Torschüsse des Gegners zu. So konnte Manuel Neuer wenigstens auch mal wieder zeigen, dass er mehr kann als weit abwerfen.


Den zweiten Treffer erzielte der ebenfalls stark aufspielende Rafinha in der Schlussphase. Das Spiel hätte zu diesem Zeitpunkt jedoch schon längst entschieden sein müssen. Vor dem Tor waren die Münchener jedoch teilweise noch zu verspielt. Champions League Debütant Nils Petersen scheiterte nach seiner Einwechslung zwei Mal an sich selbst und einmal am überragenden Keeper der Gastgeber, der seinen Schlenzer aus der rechten Torecke fischen konnte. Toni Kroos wollte es nach Petersens Vorlage zu genau machen setzte den Ball aus drei Metern nur an den Außenpfosten.


Einziger Wermutstropfen an diesem tollen Abend sind die Verletzungen von Mario Gomez und Daniel van Buyten. Auch gestern wurde wieder klar, dass ein Gomez in Topform nicht zu ersetzen ist. Hoffen wir das Beste.

Twitter-Spielfilm: Eine laue spanische Nacht und ein versenktes U-Boot

Heute im Twitter-Spielfilm: Kontroverse schon vor Spielbeginn, prophetische Worte, ein Hauch von BILD und am Ende sind sich wieder alle einig. Und was macht eigentlich Manuel Neuer?



FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Hier die Aufstellung, die eh schon jeder kennt: Manu; Boa, Buyti, Stubi, Flippo; Tymo, Schweini; Gerd, Toni, Fronck; Viererpack!

redrobbery Red Robbery
If one would want to spread some panic among FCB fans, who'd have to be injured? Müller? Ribery? Gomez? Boateng? Neuer? Schweinsteiger?

redrobbery Red Robbery
Pretty much everybody said Gomez, can't disagree with that.

redrobbery Red Robbery
Why van Buyten instead of Rafinha?! Villarreal is fast, van Buyten is...well, you know him.

saebenerstr Fabian W.
van Buyten und Tymo für Gustavo und Rafinha. Gehandicapt in erste CL-Spiel. Jupp, was ist nur los mit dir?

saebenerstr Fabian W.
Nilmar und Rossi gegen van Buyten und Badstuber. Stelle lieber noch mehr Bier kalt.

breitnigge breitnigge
#DonJupp. Der Meister der Bank-Spieler-Motivation. #CL #lineup

voegi79 Patrick Völkner
Normalerweise würde ich über die heutige Aufstellung motzen. Aber mein Vertrauen in Heynckes hindert mich daran.

fehlpass Yalcin Imre
Wenn wir heute gewinnen, hat er Recht gehabt, der Jupp. #FCB #Aufstellung #CL

msBlix Michael Stricz
@fehlpass Und wenn wir verlieren ist der Schuldige schon gefunden.Praktisch!

msBlix Michael Stricz
Ich glaube trotzdem an einen Sieg heute. Und an ein Kroos-Tor. #FCB #CL

Matze_MR Matze
Kroosderboss. #fcb

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Traumhaftes Ding. Weltklasse rausgespielt!!!

agitpopblog Baron von Agitpop

Warte 'Mal: Kroos? Ein Tor? Im Bayerntrikot? #fcb

agitpopblog Baron von Agitpop
"Ich will das nicht zu hochhängen, aber das ist dann schon ein wenig Barca light." ... Zu hoch gehängt. #sat1 #fcb

kaisergrantler Patrick F.

Im Augenblick des Tores hat noch einer getippt, aber falsch. Kroos hatte keiner auf der Rechnung. #Tippkaiser

RalphMahlo Ralph Mahlo

RESPEKT! :) RT @msBlix: Ich glaube trotzdem an einen Sieg heute. Und an ein Kroos-Tor. #FCB #CL

kaisergrantler Patrick F.
Kroosery wirbelt zum Sieg! (#twittern wie die #Bild #titelt)

kaisergrantler Patrick F.
Neuer lebt! Ich hab's gesehen.

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Bayern-Spiel wirkt ein bisschen wie ein Gegenentwurf zur CSU: Ganz starker linker Flügel.

redrobbery Red Robbery
So much about the right flank being deserted, that thought was history when Rafinha entered the pitch.

redrobbery Red Robbery
This was not why I asked you who'd have to be injured to make you panic.

kaisergrantler Patrick F.
Eines ist mal sicher, der #Petersen hat jetzt gleich seinen ersten Orgasmus ohne Reibung!

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Gomez ist eben immer für ein Tor gut, sogar für ein Aduktor.

kaisergrantler Patrick F.
Ist das der Hexenkessel von Bibi Blocksberg? #Villarreal #höre_nix

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Was sind das mitunter für traumhafte Angriffe.

helmi Frank Helmschrott
Die Abschlsse sind mir viel zu harmlos. #fcb

hirngabel hirngabel
Elf Schuss, ein Tor, die Bayern.

helmi Frank Helmschrott
haha... Rafinha #fcb #ucl

FCBSpox SPOX-Gruppe FCB
Na endlich!!!!!!!!!! Verdienter geht's nimmer!

FCBayernLive FCBayern Live
RAFINHA !!! TOOOOOOOOOOOOOOR ! 2-0 FOR BAYERN NOW !!!! YEAHHH !!!

probek Kai L.
Aus die Maus. Game over. #FCB

honigstein raphael honigstein
2-0 Bayern. one question remaining. what does Marchena have to do to get sent-off?

RC_KH Christoph Anheuser
Rafinha spielt zuerst den Ball durch die Beine und läuft dann selbst drunter durch. #FCB

helmi Frank Helmschrott
Souverän, dominant und zu jeder Zeit verdient. Und vor allem: ZU NULL. Aber am Ende lag's sicher nur am schwachen Gegner. #fcb #ucl

probek Kai L.
Ein Wort: Souverän. #FCB

stadtneurotikr Stadtneurotiker
Verdient. Souverän. ungefährdet. #FCB #UCL

saebenerstr Fabian W.

Sehr überzeugend. :-)

agitpopblog Baron von Agitpop
Sauber. Und jetzt dürfen wieder alle über die schwachen Gegner jammern und so. #fcb

helmi Frank Helmschrott
"Sie haben wieder getroffen, wie zuletzt häufiger" WTF? #sky #kroos #wagner

agitpopblog Baron von Agitpop

Weil ich's letztes Jahr so selten sagen konnte: Fan des #fcb zu sein, macht derzeit wieder so richtig Spaß. #erfolgsfan

Donnerstag, 18. August 2011

FCB - FC Zürich: Viel Luft nach oben

Eins vielleicht mal vorne weg: Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit dem gestrigen Spiel und mir geht so langsam echt auf die Nerven, wie verschoben die Wahrnehmung einiger Akteure beim FC Bayern zu sein scheint.

„Heute haben wir unsere Klasse gezeigt. Defensiv nichts zugelassen, das war vergangene Saison ganz anders, und offensiv guten Fußball gespielt. Das ist das, was wir spielen wollen.“ (Phillip Lahm)

Ja wir haben das Spiel 2-0 gewonnen, ja wir haben jetzt sehr gute Chancen auf die Champions League Gruppenphase, aber bei mir schleicht sich mehr und mehr der Eindruck ein, dass wir uns nicht eingestehen wollen den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterherzuhinken. Diese Mannschaft hätte aus dem Stadion gefegt werden müssen, die wollten nämlich mal rein Garnichts von uns. Das merk ich doch als Spieler nach 5 Minuten, dass die sich fast nass machen und jedes Mal panisch werden, wenn man sie auch nur ein bisschen unter Druck setzt. Das 2:0 ist viel zu wenig.

„Wir müssen froh sein über das 2:0. Aber wir spielen immer noch nicht gut genug finde ich und das müssen wir realisieren, dass wir noch viel verbessern müssen. Wir müssen konzentrierter spielen, auch aggressiver, nicht nur wenn wir verteidigen, sondern auch wenn wir angreifen. Wir müssen schneller spielen und damit auch mehr Chancen kreieren.“ (Arjen Robben)

Meine Rede. Gerade wenn es noch nicht rund läuft muss ich doch so ein Spiel nutzen, um mir Selbstbewusstsein zu holen. Hätte man von Anfang an so gespielt wie teilweise in der zweiten Hälfte, wäre das Spiel nach einer halben Stunde entschieden gewesen. Dann steht es 3:0 oder 4:0 und man kann es in der zweiten Hälfte ausklingen lassen und nächste Woche gemütlich nach Zürich fahren. Man könnte es so viel einfacher haben. Stattdessen schaffen wir es gegen eine Mannschaft, die meiner Meinung nach in der Champions League Qualifikation rein Garnichts verloren hat, nicht uns mehr als 2 gute Chancen in 45 Minuten herauszuspielen. Es fehlt ein Konzept und vor allem fehlt es an Einsatz und Laufbereitschaft.
Natürlich, es ist noch früh in der Saison und andere Mannschaften wie Arsenal und Villareal haben sich in ihren Spielen ebenfalls schwer getan. Aber wir wollen ins Champions League Finale und dann muss man sich eben an Mannschaften wie Madrid, Barcelona oder Manchester messen (lassen).

Bester Spieler war an diesem Tag für mich einmal mehr Luiz Gustavo, der unglaublich viel abgeräumt hat im Mittelfeld und mit einem gewonnenen Zweikampf auch das 1:0 eingeleitet hat. Enttäuscht war ich vor allem von Mario Gomez und Toni Kroos. Kroos hatte beinahe keine Bindung zum Spiel und wurde folgerichtig von Heynckes ausgewechselt und von mir in Comunio verkauft. Der Junge sollte so langsam mal in die Pötte kommen und endlich konstanter werden. Mario Gomez hat mich gestern fast zur Weißglut gebracht, viel zu langsam im Kopf und gleich mehrere gute Chancen leichtfertig vertändelt. Get it together man! Und den Arsch-des-Tages-Award bekommt eindeutig SAT1 für die bescheuert-penetranten Kickbox Promos während der Übertragung, für das Wegschneiden des Einlaufens und für Matze Knop.

Mittwoch, 16. März 2011

FC Bayern - Inter Mailand: Das Ende aller Träume

Es sind nun einige Stunden vergangen seit dem Aus in der Champions League. Die erste Wut ist verflogen und die Fassungslosigkeit und Trauer überwiegt. Auch am Tag danach kann ich immer noch nicht verstehen, wie um alles in der Welt der FC Bayern dieses Spiel verlieren und damit den bereits sicher geglaubten Einzug ins Viertelfinale der Champions League verpassen konnte. Es hätte so schön sein können: Inter im Hinspiel in letzter Minute besiegt, den Rückstand im eigenen Stadion binnen weniger Minuten in eine 2:1 Führung verwandelt, den Gegner anschließend nach allen Regeln der Kunst an die Wand gespielt, Chance um Chance erarbeitet…alles umsonst. 

Die ersten 20 Minuten hab ich glücklicherweise verpasst, sodass ich nur einmal in Depression verfallen musste. Und was die Mannschaft zwischen der 21. Und 64. Minute auf den Rasen zauberte ließ mich euphorisch jubeln, ließ mich daran zweifeln, ob die Trennung von van Gaal wirklich richtig ist, ließ mich daran glauben, dass in dieser Saison international doch noch was drin ist. Nur 30 Minuten später stand ich fassungslos vor dem Fernseher und konnte nicht glauben was da passiert war. 

Es wurde an anderer Stelle schon bemerkt: Diese 90 Minuten sind Sinnbild für die ganze Saison des FC Bayern. Nach vorne phasenweise geniale Momente, aber fahrlässig im Umgang mit den Chancen. Hinten ein Hühnerhaufen, sobald der Gegner mal ernst macht. Wo ist die Effektivität vergangener Spielzeiten? Ich schäme mich ja fast das zuzugeben, aber ich sehne mich nach den eiskalten Bayern, die auch mal schlecht spielen und dann kurz vor Schluss in unnachahmlicher Manier das 1:0 schießen. Dreckige Siege, das war einst ein Markenzeichen dieser Mannschaft. Aber von den Duselbayern ist nicht mehr viel übrig geblieben. Natürlich kommt dann auch Pech dazu, aber die Wahrheit ist: Wir sind dieses Jahr einfach nicht clever genug. Wer gegen dieses Inter Mailand nicht weiterkommt, dem kann man nicht helfen.
Das Spiel erinnerte mich leider frappierend an das verlorene Finale gegen Manchester United. Auch hier war man über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft, zeigte teils begeisternden Fußball und musste dennoch kurz vor Schluss alle Hoffnungen begraben. Ich möchte hier keine einzelnen Spieler an den Pranger stellen. Jeder hat die Szenen gesehen und jeder kann sich seine eigene Meinung darüber bilden, warum die Tore entstanden sind und wer letztendlich an der Niederlage schuld sein soll. 

Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich Ottmar Hitzfeld nach dem Spiel bei Sky gehört habe und er von der ach so stabilen Abwehr letztes Jahr berichtete, die seiner Meinung nach ein Garant für das Erreichen des Finals war. Stabile Abwehr letztes Jahr??? Hab ich was verpasst Ottmar? Ich erinnere an die 2 Niederlagen gegen Bordeaux (1:2, 0:2) in der Vorrunde, an die Spiele in Florenz und Manchester (2:3) und natürlich an das Finale (0:2). Souveräne Abwehrarbeit geht anders. Das der Verein weder in der Sommerpause, noch nach den Erfahrungen der Hinrunde reagiert hat, müssen sich van Gaal und die Bosse ankreiden lassen.
Jetzt ist also das Schreckensszenario komplett und alle 3 Titel sind für dieses Jahr futsch. Das Unvorstellbare daran: Alle Titel wurden zuhause(!) verspielt. 

Was bleibt nun am Ende? Ich persönlich hoffe, dass wir endlich aus den Fehlern lernen. Es müssen mindestens 2 NAMHAFTE Verstärkungen für die Abwehr her. Das Defensivkonzept muss ENDLICH überdacht werden. Der einzige positive Aspekt ist, dass nun auch endlich die Illusion geplatzt ist, diese Saison vielleicht noch mit dem Champions League Titel retten zu können. Man kann sich jetzt voll auf die Bundesliga konzentrieren und ich hoffe die Mannschaft setzt alles daran Platz 2 zu erreichen. Was passiert wenn man die Champions League verpasst hat Arjen Robben ja schon angedeutet.

Punkte sind jetzt das beste Mittel gegen diese Katerstimmung.