Samstag, 30. April 2011

Warum nicht immer so... IHR PAPPNASEN!

Dank einer Streckenweise überragenden Vorstellung gegen den FC Schalke 04 und dem gleichzeitigen Patzer von Hannover 96 gegen Gladbach hat der FC Bayern Platz 3 in der Liga zurückerobert. Unter der Woche beherrschte der FC Bayern mal wieder sämtliche Nachrichten und Gazetten, der Chefchen-Eklat um Bastian Schweinsteiger, sowie die Aussagen von Arjen Robben zu den Führungsqualitäten der Kapitäne Lahm und Schweinsteiger zeigten deutlich, wie es derzeit um das Innenleben der Mannschaft bestellt ist, dazu kamen noch die zahlreichen Gerüchte um Manuel Neuer.

Die mit Spannung erwartete Reaktion der Bayernfans gegenüber Neuer fiel, soweit man das am Fernseher beurteilen konnte, unerwartet leise aus. Nur vereinzelt waren Pfiffe und Sprechgesänge gegen unsere (hoffentlich) zukünftige Nummer 1 zu hören – und das war auch gut so. Ein paar Unbelehrbare gibt es natürlich immer, aber die Tatsache, dass sich das Klima im Vergleich zum Pokalspiel deutlich beruhigt hat, stimmt mich zuversichtlich.

Der FC Bayern ging von Beginn an hochmotiviert zur Sache und demonstrierte den Königsblauen von der ersten Minute an, wer Herr im Hause ist. Mich persönlich macht das immer ein wenig nachdenklich und auch wütend, weil ich mir dann ausmale, was dieses Jahr möglich gewesen wäre, wenn man ein solches Engagement im Pokalhalbfinale oder im CL-Achtelfinale an selber Stelle gezeigt hätte. Oder bei einer der unzähligen unnötig verschenkten Auswärtspartien in der Liga.  
Wie dem auch sei, in der Anfangsphase überrollte der FC Bayern die Gäste regelrecht. Angeführt von den überragenden Gomez, Müller und Robben zelebrierte der FCB vor allem in der ersten halben Stunde ein Offensivfeuerwerk, dass den Schalkern schwindelig wurde.

Bereits nach 6 Minuten schlug es das erste Mal ein im Kasten von Manuel Neuer. Nach einem Katastrophenfehler von Annan eroberte Mario Gomez den Ball an der Seitenauslinie und bediente in der Mitte Arjen Robben, der schob den Ball abgefälscht von Metzelder ins lange Eck. Manch einer mag unken, dass Manuel Neuer diesen Ball am Dienstag gehalten hätte, aber dem geneigten Bayernfan soll es Recht sein. Schalke glich jedoch nur eine Minute später aus. Eigentlich war Schalke an diesem 1:1 jedoch kaum beteiligt. Farfan flankte nach einer kurz ausgeführten Ecke, Jörg Butt tauchte unter dem Ball durch, Diego Contento zog den Kopf ein und Badstuber stand eben da, wo ein Unglücksrabe in so einer Situation steht, Ausgleich.

Bayern zeigte sich jedoch wenig beeindruckt und spielte weiter engagiert und zielstrebig nach Vorne. Auffällig dabei war, dass die Münchener es vor allem in der Anfangsphase auch des Öfteren mit langen Flugbällen auf die Außen versuchten. Ein Mittel, das es unter van Gaal kaum bis nie gab. Dadurch gelang es aber die Schalker ein ums andere Mal zu überrumpeln. Auch der läuferische Aufwand, den die Münchener bei gegnerischem Ballbesitz zeigten war beeindruckend und zeigte was diese Mannschaft leisten kann wenn sie will. Kurze Zeit später brachte Christoph Metzelder Arjen Robben kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Zunächst sah es für viele klar nach Elfmeter aus, aber der gute Schiedsrichter Gagelmann entschied zu Recht auf Freistoß. Arjen Robben hämmerte Selbigen in die Mauer und der gedankenschnelle Müller verwertete den Abpraller zum 2:1 (13.). 

Der FCB hielt das Tempo weiter hoch, Ribery verzog noch knapp (16.), Mario Gomez machte es kurze Zeit später besser. Müller köpfte eine Hereingabe von Robben über den heraus eilenden Neuer und Gomez vollendete aus kurzer Distanz zum 3:1 (19.). Manuel Neuer gab bei diesem Tor keine gute Figur ab und prompt stimmten Teile der Bayernfans ihre Gesänge an. „Schießbuden-Neuer“ war der Spruch der Wahl. Ziemlich lächerlich das Ganze. Sah wohl auch Neuer so und demonstrierte bei den nächsten beiden Bayern-Großchancen seine Extraklasse. Auch in der Folge zeigten die Münchener teils überragende Kombinationen. Sogar der nicht für technische Kabinettstückchen bekannte Tymoschuk beteiligte sich mit einem Hackentrick am Münchener Spektakel. Erst nach gut einer halben Stunde nahmen die Münchener das Tempo raus und das Spiel verflachte sofort, da von den Schalkern an diesem Tag rein Garnichts kam.

Auch in der zweiten Hälfte verwalteten die Mannen von Andries Jonker das Ergebnis und ließen die letzte Konsequenz in den Offensivaktionen vermissen. Erst kurz vor Schluss stellte der überragende Müller den Endstand her. Der gerade eingewechselte Klose spielte Ribery perfekt in den Lauf, der steckte durch auf Müller und im dritten Anlauf traf der zum 4:1 (83.). 4 Tore, 3 Punkte, Platz 3 erneut zurückerobert, Alles gut sollte man meinen. Trotzdem gaben sich die Münchener nach dem Spiel eher nachdenklich als euphorisch.


Thomas Müller: „Das einzig Bittere ist, dass wir aus dem Potenzial, was in der Mannschaft steckt, so wenig rausgeholt haben. Wenn man sieht, dass wir um den dritten Platz kämpfen müssen. Da ist das ein wenig enttäuschend, dass wir so wenig aus der Saison gemacht haben.“


Andries Jonker: „Ich denke, dass wir ein Riesenpotenzial haben. Wir sind in der Lage alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Um das abzurufen, müssen wir 90 Minuten da sein. Wir machen alles, um das Ziel Platz drei zu erreichen. Aber es gibt keinen Grund, überheblich zu sein. Wir spielen nächste Woche gegen St. Pauli, dort müssen wir gewinnen.“


Das einhellige Fazit lautet also auch bei Spielern und Verantwortlichen, wenn man eine solche Leistung öfter abgerufen hätte, wäre diese Saison mehr drin gewesen. Kommende Woche gilt es nun im letzten Auswärtsspiel des Jahres (Gottseidank!) beim Tabellenletzten St. Pauli den Grundstein für Platz 3 zu legen, oder wie es Arjen Robben ausdrückt: „Wir sind Professionals, dann mussen wir damit weitergehen.“

Dienstag, 12. April 2011

„Der König ist weg, es lebe der König!“

So in etwa muss sich Uli Hoeneß am Sonntag gefühlt haben, als er mit hochrotem Kopf vor die versammelte Presse trat und das Aus des Holländers verkündigte. Der endgültige K.O. des  arroganten und unkommunikativen van Gaal und das Comeback des Übervaters Hoeneß aus dem vorübergehenden Semi-Ruhestand. Und Uli tat mehr als van Gaals Abschied zu verkünden. Er rechnete ohne Gnade ab. Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit erlebte die Öffentlichkeit einen Hoeneß in Hochform wie er genau das tat, was man im Sport gemeinhin als Nachtreten bezeichnet.


„Mit der Entscheidung Jörg Butt aus dem Tor zu nehmen ging die Scheiße los. […]Der Vorstand hat ihn auf diese Problematik hingewiesen und er hat es trotzdem gemacht. Der gestrige Tag war das Ende einer Kette, deswegen musste der Vorstand gestern reagieren.“

„Das Thema Manuel Neuer hätte sich hier nie so hochgeschaukelt. Wir hätten nie ein Problem in der Südkurve bekommen. Wir haben uns Probleme gemacht, die völlig unnötig waren. […] Und das sollte sich Louis van Gaal mal überlegen, weil ihn der Vorstand und Christian Nerlinger auf diese Problematik aufmerksam gemacht hat.“

„Er hat unseren Rat nicht angenommen und gestern war das Fass übergelaufen.“

„Der Spass hat in diesem Verein seit langer Zeit gefehlt, nicht nur bei uns sondern auch bei den Spielern. Dass die Spieler hinter ihm standen ist ein Märchen.“


Da hat er wirklich Einiges vom Stapel gelassen der gute Uli. Man muss kein großer Rhetoriker sein, um die Verbitterung zwischen diesen Zeilen zu erkennen. Die Enttäuschung und die Wut über van Gaal, der Ärger mit den eigenen Fans und die unbefriedigende Situation in der Liga fanden in dieser Rede ihr Ventil.

Wenn man jedoch auf die Kernaspekte blickt muss man sagen, dass nicht alle Aussagen so für bare Münze genommen werden können. Zunächst einmal stellt Hoeneß Thomas Kraft vor versammelter Medienlandschaft an den Pranger. Dies wird dem jungen Mann nicht gerecht und die Tatsache, dass sein Patzer vor dem 1:1 nun quasi eine Lawine ins Rollen gebracht hat, lässt mich unweigerlich an die Situation mit Michael Rensing zurückdenken. Thomas Kraft hat in den meisten Spielen gute und in einigen sogar überragende Leistungen gezeigt. Seine Reaktion auf die Aussagen von Hoeneß verwundert mich deshalb nicht. Es ist nicht fair diesen Konflikt auf dem Rücken eines jungen Torhüters auszutragen.

Was jedoch stimmt ist Hoeneß Bemerkung bezüglich der Neuer-Problematik. Die Schickeria – Initiator der „Koan Neuer“ - Proteste hätte wohl nie so viele Befürworter gefunden, wenn Jörg Butt auch in der Rückrunde im Tor gestanden hätte. Was Hoeneß jedoch verschweigt ist, dass ebenso die Situation mit den Stehplatzkarten und die Investitionen bei 1860 München Stein des Anstoßes für viele Proteste waren. Diese Probleme sind durch Hoeneß` Aussagen mal eben ganz souverän unter den Tisch gekehrt. Kritische Nachfragen gab es seitens der Journalisten dazu scheinbar keine, aber wer will sich schon mit einem Hoeneß in dieser Stimmung anlegen.

Was mich an der ganzen Sache wirklich stört ist die Tatsache, dass die gestandenen Spieler nicht auch einen Teil des Zornes abbekommen haben. Zu eindeutig war die Tatsache, dass die Mannschaft in den vergangenen Spielen gegen den Trainer gespielt hat. Der Höhepunkt war der Platzverweis von Arjen Robben nach dem Schlusspfiff. Eine so charakterlose und disziplinlose Vorstellung darf man sich im Trikot des FC Bayern einfach nicht erlauben. Dabei spielte es keine Rolle, ob man den Trainer mag oder nicht, ob das Wetter nicht so toll ist oder ob man gerade aus der Champions League ausgeschieden ist. Wer eine solche Leistung wie im Hinspiel gegen Inter Mailand zeigen kann, der kann so schlecht nicht sein, dass er die Qualifikation für die Champions League gegen Nürnberg aus der Hand gibt. Die Rufe nach Mark van Bommel oder Lucio finde ich zunehmend lächerlich. Das einzige Problem dieser Mannschaft ist, dass keiner der gestandenen Spieler Eier in der Hose hat. Kein Lahm, kein Schweinsteiger und erst recht kein Robben. Von einer Mannschaft erwarte ich, dass sie gemeinsam Alles für den Erfolg tut, auch gegen Widerstände. Die Tatsache, dass die Spieler keinen Spass mehr am Spiel haben ist für mich keine Entschuldigung für die Leistungen der vergangenen Spiele.

Letztlich war es eine richtige und längst überfällige Entscheidung van Gaal zu entlassen, speziell wenn man hört, was da noch so vorgefallen sein soll in den vergangenen Monaten. Sollte es wirklich der Wahrheit entsprechen, dass bereits die Vertragsverlängerung im September eine Art Friedensangebot an van Gaal war, dann kann ich mir nur an den Kopf fassen. Ich hoffe, dass mit dem Abgang nun sämtliche mentale Blockaden gelöst sind und man sich endlich wieder daran erinnert, wie man erfolgreich Fußball spielt. Sag es uns Oli!


Samstag, 26. März 2011

Baustellenbesichtigung: Der Bayernkader 2011/2012

Miroslav Klose steht in Kaiserslautern zum ersten Mal seit dem 6. Spieltag wieder in der Startformation. Der geneigte Fußballfan weiß, das kann nur eins heißen: Die Bundesliga pausiert und Jogis Jungs dürfen ran. Miros darf also dieses Wochenende gegen Kasachstan Selbstvertrauen tanken für die Schlussphase des nächsten Bayernspiels und ich habe Zeit mir Gedanken zu machen, wie der Kader unter Jupp Heynckes aussehen wird.

Gesetzt den Fall der FC Bayern erreicht die CL dürfen wir uns wohl auf eine Einkaufstour gefasst machen, wie es sie zuletzt 2007/2008 gab. Damals holte man die Weltstars Ribéry, Klose und Toni und gewann souverän das nationale Double. Einen ähnlichen Saisonverlauf erwarten nicht nur Fans und Medien, sondern vor allem die Chefetage um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.

 
Welche Formation?
Jupp Heynckes wird vermutlich nicht von Louis van Gaals 4-2-3-1-System abrücken, auch wenn absehbar ist, dass in der neuen Saison wieder mehr Wert auf die Defensive gelegt werden wird. Ich hoffe, dass der Verein auch in Zukunft dieser Formation treu bleibt und Spieler entsprechend eingekauft werden. Die Dominanz der Flügelzange Robben und Ribéry legt das System mit einem Stürmer nah. Zudem verlangt die offensive Grundausrichtung der beiden Außen eine Doppelsechs als Absicherung. Solange Rib & Rob in München spielen – und ich hoffe das tun die beiden noch lange – führt am 4-2-3-1 kein Weg vorbei.


Wer kommt?
Tor: Ja, ich mag Thomas Kraft. Ja, ich bin mit seinen Leistungen in der Rückrunde sehr zufrieden. Ja, ich bin finde auch, dass er tolle Anlagen hat. Ja, ich bin dafür, dass der eigene Nachwuchs eine Chance bekommt. ABER. Manuel Neuer ist der derzeit mit Abstand beste deutsche Torwart und eine Investition, die sich mit Sicherheit lohnen wird. Ich hoffe wirklich, dass er nächstes Jahr nach München kommt. Sollte Thomas Kraft zwischen den Pfosten stehen ist mir trotzdem nicht bange.

Die Abwehr ist ohne Zweifel die größte Baustelle des Rekordmeisters. Mindestens einen Innenverteidiger und einen rechten Verteidiger muss man verpflichten, um die Versäumnisse der Vergangenheit zu beheben. Mein persönlicher Favorit für die Innenverteidigung ist, neben Mats Hummels (den wir leider Gottes nicht bekommen werden), Giorgio Chiellini von Juventus Turin. Sollte Philipp Lahm wieder auf die linke Seite wechseln, was ich sehr begrüßen würde, sehe ich vor allem Gregory van der Wiel und Fabio Coentrao als A-Lösungen für die rechte Abwehrseite. Alle anderen Namen, von Pogatetz über Dante und Mertesacker bis hin zu irgendwelchen ominösen Südamerikanern (lernen wir es eigentlich nie?),  halte ich für absoluten Unsinn. Der FC Bayern hat den Anspruch die Champions League zu gewinnen, also muss auch entsprechend investiert werden.

Im Mittelfeld muss ein neuer Backup für Robben oder Ribéry gefunden werden. Zudem hoffe ich, dass Heynckes Arturo Vidal aus Leverkusen mitbringt. Der Chilene spielt eine überragende Saison und kann fast jede Position im Mittelfeld spielen. Ivo Ilicévic hat diese Saison ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen und man könnte ihn für wenig Geld bekommen. Das Wichtigste ist qualitativ ordentliche Spieler zu finden, die aber nicht murren, wenn sie den Großteil der Saison auf der Bank sitzen. Thomas Müller und Arturo Vidal können die Position auf den Außen ebenfalls besetzen, sodass man in diesem Fall nur noch maximal einen weiteren Backup für Robbery benötigt.

Im Sturm hat der FC Bayern derzeit am wenigsten Sorgen. Mario Goméz hat diese Saison endlich seine Form aus Stuttgarter Tagen gefunden und überzeugt seit seiner Beförderung zum Stürmer Nummer 1. Dahinter wartet mit Ivica Olic ein weiterer Angreifer mit europäischem Niveau. Auch Thomas Müller kann die Position in der Spitze besetzen. Sollte man hier von Verletzungen verschont bleiben, wäre jeder investierte Euro verschwendetes Geld.


Wer geht?
Breno hat bereits nach dem Ausscheiden in der Champions League via Twitter verkündet, dass er gerne wieder in seine Heimat wechseln möchte. Nach den Böcken der letzten Spiele kann ich mir nicht vorstellen, dass ihm der Verein Steine in den Weg legen wird. Daniel van Buyten wird seinen Vertrag bis 2012 vermutlich erfüllen und anschließend ebenfalls den Verein verlassen. Nächste Saison sehe ich ihn aber vor allem als Backup in der Innenverteidigung.

Im Mittelfeld wird es aller Voraussicht nach eine Reihe von Abgängen geben. Hamit Altintop wird seine Zelte in München vermutlich abbrechen und zurück in seine Heimat oder zu einem anderen Bundesligisten wechseln. Zu unbeständig und zu lethargisch waren seine Einsätze, sodass ich ihm keine Träne nachweine. Andreas Ottl sollte auch endlich einsehen, dass er bei einer anderen Mannschaft vielleicht besser aufgehoben wäre. Die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist riesig und selbst als Ergänzungsspieler wünsche ich mir einen Spieler mit mehr Qualität. Nürnberg ist ja auch nicht schlecht Andy. Bei Anatolij Tymoshchuk bin ich wirklich gespannt, gehe aber auch hier derzeit von einem Abschied im Sommer aus. 

Im Sturm dürfen wir uns wohl von Miroslav Klose verabschieden. An Mario Gomez führt auch im nächsten Jahr kein Weg vorbei. Ivica Olic ist wieder fit und auch Thomas Müller kann notfalls im Sturmzentrum spielen. Da bleibt kein Platz mehr für den alten Mann, der ja bereits angedeutet hat seine EM Teilnahme 2014 nicht gefährden zu wollen. Machs gut Miro!


Geht das gut?
Trotz der riesigen Investitionen und dem großen Ziel CL Finale in München könnte die Stimmung bei den Bayern im kommenden Jahr nicht besser sein. Don Jupp und Patron Uli sind alte Freunde. Auf medienwirksam ausgetragene Kleinkriege wird der Boulevard kommende Saison verzichten müssen, ist aber für Verein und Fans nicht weiter schlimm.
Der Großteil der Mannschaft kennt und schätzt den neuen Trainer bereits, trotzdem ist Frieden nicht garantiert. Heynckes gilt als jemand der sich nicht vor Konfrontationen mit seinen Stars scheut. Der Konflikt mit Michael Ballack in Leverkusen ist aktuell Beleg dafür.
Vor allem die beiden Artisten Ribéry und Robben werden sich sicher das eine oder andere Mal mit dem Neuen reiben, da Heynckes von ihnen mehr Defensivarbeit einfordern wird. Für die Jungen ändert sich hingegen nicht viel, war doch auch van Gaal schon ein Verfechter des Jugendstils. Vor allem von Toni Kroos erwarte ich nächstes Jahr eine deutliche Leistungssteigerung, hatte er doch unter Heynckes bei Bayer Leverkusen seine beste Zeit.

Die Vorzeichen für die neue Saison stehen gut. Bleibt zu erwarten, ob die Mannschaft die jetzt schon hohen Erwartungen erfüllen kann.


Montag, 21. März 2011

FC Bayern - Freiburg: Die Rückkehr der Duselbayern

Kaum spricht man den Bayern die Qualität ab, Spiele in den letzten Minuten zu gewinnen, schon beweisen sie, dass es eben doch geht. Der Boulevard jubiliert: „Die Rückkehr der Duselbayern“.
Was der FC Bayern allerdings während der 90 Minuten ablieferte war alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen. Mario Gomez köpfte nach Riberys Freistoß zunächst das frühe 1:0. Sein insgesamt 19. Saisontreffer, dieser Mann ist ein Phänomen. Anschließend verlor der FCB jedoch völlig seine Linie. Freiburg war das dominante Team und bestimmte die Partie. Luiz Gustavo, der erneut mit van Buyten die IV bildete, erwischte im Breisgau einen rabenschwarzen Tag. Zunächst ließ er einen Steilpass der Freiburger einfach passieren und zwang so Kraft zu einem Foul an Cisse, der dann allerdings den folgenden Elfmeter kläglich vergab. Nochmal gutgegangen! Nur wenige Minuten später stand Gustavo erneut neben sich und ließ Cisse nach einer harmlosen Hereingabe völlig frei stehen. Diese Chance nutzte Cisse und erzielte den hochverdienten Ausgleich. Gustavo war für mich an diesem Tag eine absolute Katastrophe. Da sage noch einer wir seien zu leicht ausrechenbar. Blödsinn! Man kann wirklich nie wissen welcher Bayernspieler heute für Slapstickeinlagen zuständig ist.

Die zweite große Enttäuschung an diesem Tag war der bereits früh ausgewechselte Arjen Robben. Als er seinen Arbeitstag nach 27 Minuten beendete, hatte der Holländer gerade vier(!) Ballkontakte gesammelt und wirkte doch arg lustlos. Ob dies nun mit einer Verletzung zusammenhing oder eine emotionale Spätfolge der Niederlage am Mittwoch war, lässt sich schwer beurteilen. Allerdings war die Körpersprache für mich pure Provokation. Die Befürchtungen, dass er die Länderspielreise der Holländer trotzdem mitmachen würde, haben sich ja glücklicherweise nicht bestätigt. Alles Andere wäre für mich aber auch nicht nachvollziehbar gewesen.

Aber zurück zum Geschehen auf dem Rasen. Es war wieder eines dieser Spiele, in denen man nicht das Gefühl hatte, dass die Bayern nochmal zulegen können. Doch zum Glück für uns schien den Freiburger nach der Halbzeit einzufallen, dass sie gegen den FCB spielen und sie verfielen in eine unerklärliche Schockstarre. Ob es Angst vor der eigenen Courage war? Ob Robin Dutt eine van Gaalsche Halbzeitansprache hielt? Ob den Freiburger erst nach 45 Minuten klar wurde, dass sie ja gegen Bayern eigentlich zu verlieren haben? Ich weiß es nicht und es interessiert mich im Nachhinein auch nicht. Tatsache ist, dass sich Freiburg völlig unerklärlicherweise zurückzog und den Bayern das Spiel überließen. Ja ich sage absichtlich „das Spiel überließen“ weil ich der Meinung bin, dass der Verlauf der zweiten Hälfte weniger mit der Stärke der Bayern als vielmehr mit der Schwäche der Freiburger zu tun hatte. Dieses mangelnde Selbstbewusstsein kann man jedoch auch als positives Signal sehen. Die Liga hat noch nicht vergessen wer wir sind. 

Bayern dominierte also die zweite Halbzeit ohne dabei spielerisch zu glänzen. Freiburg brachte nach vorne nicht mehr viel zu Stande und Bayern blieb ebenfalls lange harmlos. Kurz vor Schluss fasste sich Ribery schließlich ein Herz und hämmerte den Ball aus gut 16 Metern entschlossen ins lange Eck. Der anschließende Jubel zeigte in aller Deutlichkeit, wie es derzeit um den Seelenzustand der Mannschaft bestellt ist. Ich hoffe dieser Sieg war eine Initialzündung für die kommenden Spiele, das Restprogramm ist durchaus machbar. Ich bin allerdings beeindruckt von der Kaltschnäuzigkeit der Hannoveraner und Leverkusener. Das wird kein Zuckerschlecken. Aber immerhin haben wir wieder zwei Punkte auf Dortmund gutgemacht… Apropos Dortmund. Ich finde es immer wieder amüsant zu beobachten, wie schlecht Jürgen Klopp mit Rückschlägen umgehen kann. Flattern da etwa jetzt doch die Nerven? Allen die es noch nicht gesehen haben, empfehle ich dringend sich das Studiointerview mit Klopp und Tuchel auf sky.de anzuschauen. Ganz grosses Kino.

Mittwoch, 16. März 2011

FC Bayern - Inter Mailand: Das Ende aller Träume

Es sind nun einige Stunden vergangen seit dem Aus in der Champions League. Die erste Wut ist verflogen und die Fassungslosigkeit und Trauer überwiegt. Auch am Tag danach kann ich immer noch nicht verstehen, wie um alles in der Welt der FC Bayern dieses Spiel verlieren und damit den bereits sicher geglaubten Einzug ins Viertelfinale der Champions League verpassen konnte. Es hätte so schön sein können: Inter im Hinspiel in letzter Minute besiegt, den Rückstand im eigenen Stadion binnen weniger Minuten in eine 2:1 Führung verwandelt, den Gegner anschließend nach allen Regeln der Kunst an die Wand gespielt, Chance um Chance erarbeitet…alles umsonst. 

Die ersten 20 Minuten hab ich glücklicherweise verpasst, sodass ich nur einmal in Depression verfallen musste. Und was die Mannschaft zwischen der 21. Und 64. Minute auf den Rasen zauberte ließ mich euphorisch jubeln, ließ mich daran zweifeln, ob die Trennung von van Gaal wirklich richtig ist, ließ mich daran glauben, dass in dieser Saison international doch noch was drin ist. Nur 30 Minuten später stand ich fassungslos vor dem Fernseher und konnte nicht glauben was da passiert war. 

Es wurde an anderer Stelle schon bemerkt: Diese 90 Minuten sind Sinnbild für die ganze Saison des FC Bayern. Nach vorne phasenweise geniale Momente, aber fahrlässig im Umgang mit den Chancen. Hinten ein Hühnerhaufen, sobald der Gegner mal ernst macht. Wo ist die Effektivität vergangener Spielzeiten? Ich schäme mich ja fast das zuzugeben, aber ich sehne mich nach den eiskalten Bayern, die auch mal schlecht spielen und dann kurz vor Schluss in unnachahmlicher Manier das 1:0 schießen. Dreckige Siege, das war einst ein Markenzeichen dieser Mannschaft. Aber von den Duselbayern ist nicht mehr viel übrig geblieben. Natürlich kommt dann auch Pech dazu, aber die Wahrheit ist: Wir sind dieses Jahr einfach nicht clever genug. Wer gegen dieses Inter Mailand nicht weiterkommt, dem kann man nicht helfen.
Das Spiel erinnerte mich leider frappierend an das verlorene Finale gegen Manchester United. Auch hier war man über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft, zeigte teils begeisternden Fußball und musste dennoch kurz vor Schluss alle Hoffnungen begraben. Ich möchte hier keine einzelnen Spieler an den Pranger stellen. Jeder hat die Szenen gesehen und jeder kann sich seine eigene Meinung darüber bilden, warum die Tore entstanden sind und wer letztendlich an der Niederlage schuld sein soll. 

Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich Ottmar Hitzfeld nach dem Spiel bei Sky gehört habe und er von der ach so stabilen Abwehr letztes Jahr berichtete, die seiner Meinung nach ein Garant für das Erreichen des Finals war. Stabile Abwehr letztes Jahr??? Hab ich was verpasst Ottmar? Ich erinnere an die 2 Niederlagen gegen Bordeaux (1:2, 0:2) in der Vorrunde, an die Spiele in Florenz und Manchester (2:3) und natürlich an das Finale (0:2). Souveräne Abwehrarbeit geht anders. Das der Verein weder in der Sommerpause, noch nach den Erfahrungen der Hinrunde reagiert hat, müssen sich van Gaal und die Bosse ankreiden lassen.
Jetzt ist also das Schreckensszenario komplett und alle 3 Titel sind für dieses Jahr futsch. Das Unvorstellbare daran: Alle Titel wurden zuhause(!) verspielt. 

Was bleibt nun am Ende? Ich persönlich hoffe, dass wir endlich aus den Fehlern lernen. Es müssen mindestens 2 NAMHAFTE Verstärkungen für die Abwehr her. Das Defensivkonzept muss ENDLICH überdacht werden. Der einzige positive Aspekt ist, dass nun auch endlich die Illusion geplatzt ist, diese Saison vielleicht noch mit dem Champions League Titel retten zu können. Man kann sich jetzt voll auf die Bundesliga konzentrieren und ich hoffe die Mannschaft setzt alles daran Platz 2 zu erreichen. Was passiert wenn man die Champions League verpasst hat Arjen Robben ja schon angedeutet.

Punkte sind jetzt das beste Mittel gegen diese Katerstimmung.

Sonntag, 13. März 2011

FC Bayern - HSV: Brechende Dämme und leere Ränge

Nach den turbulenten Ereignissen der letzten Tage hat es der FC Bayern geschafft den freien Fall zu stoppen. Mit einem 6:0 gegen den ebenfalls krisengeschüttelten HSV rückt der dritte Platz wieder in Reichweite. Ich warne jedoch eindringlich davor diesen Sieg überzubewerten, wenngleich er auch in dieser Höhe absolut verdient war.

Die erste Halbzeit war alles andere als souverän, aber das war von der Mannschaft in einer solchen Situation auch kaum zu erwarten. Dennoch erschreckt es mich persönlich immer wieder, wie leicht sich unsere Mannschaft teilweise abkochen lässt. Marcel Reif hat das sicher richtig eingeschätzt, als er von einem „sehr labilen Gebilde“ sprach. Die beiden ersten Tore durch Arjen Robben fielen dann psychologisch gesehen glücklicherweise genau zum richtigen Zeitpunkt (40./47.). Und wenn es dann mal läuft, läuft es eben. (3€ ins Phrasenschwein) Nochmals Robben (55.), sowie Ribery (64./85.) und Müller (79.) stellten den Endstand gegen harmlose Hamburger her. Besonders Ribery hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich für ihn persönlich, dass er zwei wunderschöne Tore erzielen konnte. Gegen Inter Mailand steht uns jedoch nächsten Dienstag wieder ein völlig anderes Spiel bevor, wobei das gestern getankte Selbstvertrauen sicher Gold wert ist.

Was ich am Samstag neben dem Spiel interessant fand, waren die leeren Ränge auf der Südtribüne. Grund dafür waren anscheinend verschärfte Einlasskontrollen in den betreffenden Blöcken, da es in den vergangenen beiden Heimspielen in der Südkurve sehr voll war. Damit wollte man die gängige Praxis unterbinden Sitzplatzkartenbesitzer in die Kurve zu schleusen. Aus Protest gegen diese Maßnahme entschied sich die Schickeria dann anscheinend dazu, lieber in den Gängen hinter der Haupttribüne zu verweilen, was man auch deutlich im TV hören konnte. Am Montag soll es wohl ein Treffen zwischen dem Vorstand und Mitgliedern der Schickeria geben, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher was ich von der ganzen Sache halten soll. Ich tendiere aber dazu mich auf die Seite des Vereins zu schlagen. Ein derart überfüllter Block ist grundsätzlich ein Sicherheitsrisiko, sollte es zu einer Panik kommen. Zudem kam es in den vergangenen Spielen (v.a. auswärts) zunehmend zum Einsatz von Pyrotechnik und in einem überfüllten Block haben es Ordern und Polizei sicherlich schwerer einzugreifen und die Verursacher zu erkennen. Auch wenn dieses „Einschleusen“ anscheinend in den Stadien Gang und Gäbe ist und toleriert wird, muss man es ja noch nicht gutheißen. Das ist allerdings nur meine persönliche Einschätzung und ich bin gespannt, was der Gipfel zwischen Fans und Vorstand ergibt. Ich wünsche mir am Dienstag gegen Inter Mailand natürlich eine volle Südkurve, die den FC Bayern lauthals unterstützt und in die nächste Runde bringt.

Donnerstag, 10. März 2011

Das Ende einer Ära...und mit Ära meine ich kurzes Intermezzo


Louis der Große verlässt uns also zum Ende der Saison. Ein Abschied auf Raten sozusagen. Und das unter anderen durch den Mann, der dieses Vorgehen noch bei anderen Vereinen für „nicht sinnvoll“ hielt. Ja unser Uli ist eben inzwischen ganz Präsident und in der Tradition des FCB darf man da eben sagen was man will und wann mal will. Muss man sich verdienen diesen Status. Hat er auch. Das macht ihn aber nicht unfehlbar. Genauso wenig wie unseren King Louis, das Feierbiest, die Nase – wie er angeblich gerne genannt wird. Macht ihm aber nichts, denn er hat ein großes Ego. Und genau das wird ihm jetzt zum Verhängnis. Nicht das große Ego an sich natürlich, denn das gibt’s mit dem Vertrag beim FC Bayern ja quasi gratis dazu. Aber dieses Ego verleitet nun einmal dazu, dass man nicht zuhört, wenn die anderen sprechen. Und ja Herr van Gaal, manchmal haben die anderen auch Recht. Nicht immer. Aber manchmal. Es mag ja bei einigen Spielern funktioniert haben, sie auf neuen Positionen zu etablieren, aber Gustavo ist ein besserer 6er als Pranjic, der ein besserer linker Verteidiger und ein Tymoschuk gehört ins DM und nicht in die Abwehr. Nicht ihr einziger taktischer Fehler dieses Jahr.

Wenn ich mir die Entwicklung der letzten 14 Tage anschaue, wie die Mannschaft zuerst gegen Dortmund, dann gegen Schalke und schließlich sogar gegen Hannover baden ging – deren Leistung diese Saison in Ehren – dann blutet mir als Bayernfan das Herz. Und meinen Nachbarn aufgrund meiner Flüche die Ohren. Eine derartige Aneinanderreihung von lustlosen und blutleeren Vorstellungen habe ich lange nicht mehr erlebt. Gerade von den Hoffnungsträgern unserer Mannschaft kam in diesen Spielen Wenig bis Garnichts. Wo war Kapitänchen Lahm? Wo war unsere berüchtigte Flügelzange, um die uns ganz Europa beneidet? Der Zirkus Sarasani hat wohl Samstags gerade geschlossen. Sie müssen bei diesen Spielen aber zumindest im Stadion gewesen sein, denn danach standen sie zumeist brav vor den Mikrofonen der Presse und gaben schlaue Erklärungen ab, wie das denn nun schon wieder passieren konnte.
Ich kann es euch sagen wie das passieren konnte:
1. Die anderen sind mehr gelaufen als ihr.
2. Die anderen haben sich nicht auf ihre spielerische Klasse verlassen, sondern waren bereit zu kämpfen. Das können nämlich auch Weltklassespieler, siehe Barcelona oder Madrid.
3. Das Ganze Theater um den Trainer, das seit Monaten anhält, liefert euch ein tolles Alibi für diese Auffassung eurer ARBEIT.

Was die Mannschaft gegen Hannover über weite Strecken zeigte war nichts als Arbeitsverweigerung. Wenn sich ein Schweinsteiger heute vor die Presse stellt und sagt er finde es schade, dass der Trainer geht, dann muss ich mich fragen, ob da wieder der Schweini steht, der nicht kapiert hat, wie das Geschäft funktioniert. Die Mannschaft verliert, der Trainer geht. Das kann dir sogar dein Kumpel Poldi…Entschuldigung Podolski erklären.

Was mich allerdings am meisten ärgert ist Punkt 3. Die völlig unnötigen Zwischenrufe des Vorstands, die zu diesem Dilemma geführt haben und jetzt ihren Höhepunkt in der vorzeitigen Auflösung des Vertrags gefunden haben. Dieser mediale Kleinkrieg tut keiner Mannschaft gut. Das, lieber Uli, muss ein Mann, der solange im Geschäft ist wie du, wissen. Die jetzt geheuchelte Unterstützungsparolen lassen sich nur mit van Gaals absolutem Lieblingssatz beschreiben: „Das is unglaublich.“